Luxus, lügen und laptop-diebstahl: model-skandal erschüttert hollywood

Los Angeles – Der Name Adva Lavie mag bald in den Annalen der kalifornischen Kriminalgeschichte einen Platz finden. Die 28-jährige, die sich in der Welt der Models und Influencer einen Namen machte, schwebt nun im Visier der Staatsanwaltschaft, beschuldigt des systematischen Ausnutzens von Vertrauen und des anschließenden Diebstahls von Luxusgütern.

Die fassade bröckelt: vom dessous-model zur mutmaßlichen kriminellen

Die fassade bröckelt: vom dessous-model zur mutmaßlichen kriminellen

Die Geschichte wirkt wie aus einem schlechten Drehbuch: Eine junge Frau, einst Soldatin der israelischen Armee, findet in der Welt der Mode und des Influencer-Daseins scheinbar ihr Glück. Mit über 500.000 Followern auf ihren Social-Media-Kanälen präsentierte Adva Lavie ein Leben voller Glamour, Reisen und luxuriöser Besitztümer. Doch hinter dieser sorgfältig inszenierten Fassade soll sich ein kriminelles Netzwerk verbergen. Laut Ermittlungen der Los Angeles County Sheriff's Department nutzte Lavie Dating-Apps, um Kontakt zu wohlhabenden Männern – und auch zu jungen Frauen – aufzubauen. Unter dem Deckmantel von Freundschaft und Reisebegleitung schmuggelte sie sich in deren Vertrauen und anschließend in deren Häuser.

Die Taktik war raffiniert und skrupellos. Mit wechselnden Identitäten wie „Mia Ventura“, „Shoshana“ oder „Shana“ gaukelte sie ihren Opfern eine intime Verbindung vor, während sie im Hintergrund bereits die nächste Straftat plante. Ein schwarzer Porsche Macan, gemietet oder gestohlen, diente als Köder, um die Aufmerksamkeit potenzieller Opfer zu erregen und eine Aura von Luxus zu verbreiten. Die Staatsanwaltschaft unter der Leitung von Nathan J. Hochman spricht von einem gezielten und langfristig geplanten Betrugsnetzwerk.

Die Liste der Beute ist beeindruckend: Bargeld, Kreditkarten, Gold, teure Designerstücke – alles wurde systematisch aus den Häusern der Opfer geholt. Die Tatorte verteilen sich über einige der exklusivsten Viertel von Los Angeles: Westlake Village, West Hollywood, Los Angeles und Beverly Hills. Die Summe des entstandenen Schadens wird sich vermutlich auf mehrere hunderttausend Dollar belaufen.

„Ihre Fähigkeit, andere – ob persönlich oder online – auf betrügerische Weise zu beeinflussen, hat nun ein Ende“, so Staatsanwalt Hochman in einer Pressemitteilung. „Unsere Behörde wird jeden zur Rechenschaft ziehen, der Täuschung und Manipulation einsetzt, um andere auszubeuten.“ Der Prozess gegen Lavie, die aus vermeintlich gutem Hause stammen soll, beginnt am 6. April. Bis dahin wird sie auf freiem Fuß bleiben, allerdings unter der Auflage, eine elektronische Fußfessel zu tragen.

Die Anklage umfasst sechs schwere Verbrechen, denen Lavie sich stellen muss. Sollte sie verurteilt werden, drohen ihr bis zu elf Jahre und acht Monate Haft. Die Frage, die sich nun stellt, ist nicht, ob sie schuldig ist, sondern wie tief dieses Netz der Täuschung und Manipulation wirklich reicht. Denn die Geschichte von Adva Lavie wirft ein erschreckendes Licht auf die Schattenseiten der digitalen Welt und die Verletzlichkeit, die mit dem Streben nach Luxus und Anerkennung einhergeht.