„Meine fähre“ scheitert: insolvenz für neue nordsee-fähre nach startschuss

Norderney – Die Pläne der Reederei „Meine Fähre“, mit einer neuen Fährverbindung auf der Nordsee das Monopol zu brechen, sind nach nur wenigen Monaten gescheitert. Am Donnerstag stellte das Unternehmen Insolvenz für drohende Zahlungsunfähigkeit an.

Die „meine fähre 1“ transportierte auch autos – doch die zukunft ist ungewiss.

Die „meine fähre 1“ transportierte auch autos – doch die zukunft ist ungewiss.

Die Entscheidung, die Insolvenz anzumelden, fiel am Morgen des 5. März, wie eine Sprecherin der Reederei gegenüber der „Ostfriesen-Zeitung“ mitteilte. Der Antrag wurde beim Amtsgericht Aurich eingereicht. Während der Fährbetrieb vorerst fortgesetzt werden soll, bleibt die Zukunft für die 20 Mitarbeiter ungewiss.

Die junge Reederei, die 2022 gegründet wurde, hatte im Herbst 2024 mit der „Meine Fähre 1“ ihren Betrieb aufgenommen. Besonderheit war, dass die Fähre auch Autos transportieren konnte. Damit konkurrierte sie direkt mit der Reederei Norden Frisia, die bisher das Monopol auf die Verbindung zwischen Norderney und dem Festland hatte. Kurz zuvor, seit Januar, fuhr zusätzlich die kleinere Personenfähre „Meine Fähre 2“.

Die Investitionen in die erste Fähre, gebaut auf einer Werft in Groningen, beliefen sich auf eine niedrige Million Euro. Konkrete Zahlen zu Passagierzahlen und Wirtschaftlichkeit wurden nicht genannt. Millionenbeträge wurden zuvor auch in ein Luxus-Spa, zwei Schwimmbäder und einen großen Campingplatz am Meer investiert, die nun verkauft werden sollen. Die Situation wirft Fragen nach der Tragfähigkeit des Expansionsmodells auf.

Der vorläufige Insolvenzverwalter, Dr. Hans-Joachim Berner aus Bremen, hat das Sagen. Weitere Maßnahmen sind nur mit dessen Zustimmung möglich. Die Auswirkungen auf die Insel Norderney, ein beliebtes Urlaubsziel, sind noch nicht absehbar.

Die Entscheidung der Reederei ist ein deutliches Zeichen dafür, dass selbst ambitionierte Pläne in der komplexen Welt der Reederei scheitern können. Die Investitionen in die neue Fährverbindung waren offenbar zu hoch, die Auslastung zu gering. Die Zukunft der Insel könnte durch diesen Rückschlag beeinflusst werden.