Merz reist nach washington: streit um zölle und ukraine-krieg im fokus
Washington – Bundeskanzler Friedrich Merz befindet sich zu Gesprächen mit US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus. Der Besuch, der vor Monaten vereinbart wurde, fällt zeitgleich mit den ersten öffentlichen Auftritten Trumps nach dem jüngsten Urteil des Supreme Court zu den Zöllen. Die Erwartungen sind hoch, die Atmosphäre angespannt.

Merz will trump zu gesprächen über iran, ukraine und nahost-krise treffen
Die Kanzler-Delegation rechnet damit, dass die Gespräche vor allem vom Konflikt im Nahen Osten dominiert werden. Ursprünglich standen die Zollverwicklungen und die Lage in der Ukraine im Vordergrund, doch der Beginn der Kampfhandlungen hat die Prioritäten verschoben. Trump wird voraussichtlich von US-Journalisten vor allem nach dem Iran befragt und wird selbst Stellung beziehen.
Merz möchte jedoch unbedingt auch die Ukraine-Krise und den Zollstreit ansprechen. Ein Mittagessen zwischen den beiden Staatsoberhäuptern, das ab 17.45 Uhr stattfindet, soll dem ein persönlicher Rahmen bieten. Dabei plant Merz, Trump nach einer Strategie und Zielen im Irak zu befragen – ein Einsatz, den er als riskant einschätzt. Sollte die Atmosphäre passen, könnte er auch andere Anliegen vorbringen.
Entscheidend dürfte Trumps Stimmung sein. Nach dem Urteil des Supreme Court, das einen Teil der von Trump erhobenen Zölle für ungültig erklärte, plant er nun, individuell höhere Zölle zu erheben. Merz will ihm deutlich machen, dass eine 15-prozentige Zollsatz auf EU-Waren die absolute Schmerzgrenze darstellt. Der Zollkonflikt muss beendet werden.
Auch bezüglich der Ukraine will Merz Trump erneut versuchen, zu bewegen, die von ihm geforderte Gebietsabtretung an Russland zu vermeiden – ein Schritt, den Merz als zu weitgehend ansieht. Die Atmosphäre im Weißen Haus könnte frostig werden, ähnlich dem Spätwinter in Washington.
Die Kanzler-Maschine nach der Landung in Washington. Foto: Kay Nietfeld/dpa
