Miersch greift kamps in hart aber fair scharf an – steuerstreit als auslöser
Plötzlich entfachte sich
in „Hart aber Fair“ ein überraschendes Feuergefecht: SPD-Fraktionschef Matthias Miersch attackierte Bäckemeister-Legende Heiner Kamps mit scharfen Worten.Kamps’ steuerkritik als auslöser des streits
Der Grund: Kamps’ unerbittliche Kritik an der geplanten Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne. „Das Wort kenne ich nicht“, brüllte der 70-Jährige, „Der große Nutznießer ist der deutsche Staat. 55 bis 56 Prozent sind Steuern. Gehen wir doch da mal runter!“. Ein offensiver Kommentar, der Miersch sogleich zur Konfrontation brachte.
Miersch konterte mit einer Mischung aus Sarkasmus und strategischer Warnung. Er bezichtigte Kamps, eine naive Sympathie für die Konservativen zu pflegen und versuchte, die Dringlichkeit der aktuellen politischen Lage zu betonen, insbesondere im Hinblick auf die wachsende AfD. „Wir haben eine Krise, wo wir eine AfD haben, die immer stärker wird. Das macht auch was mit Politik“, argumentierte er. Es ginge um mehr als nur eine Steuerreform – es handele sich um die Zukunft des Landes.

Kamps’ visionen und seine enttäuschung
Kamps, der nach dem Verkauf seiner 1000 Filialen weiterhin in die Lebensmittelbranche expandiert, sprach sich bitter über die bisherigen Steuereinnahmen aus. „Die höchsten, die es nach dem Zweiten Weltkrieg gab“, erklärte er, „Die sind nicht in die Infrastruktur gegangen. Wir haben nie ein Einnahmenproblem gehabt, wir haben ein Ausgabethema.“ Er erinnerte an die Namen von Bundeskanzlern – von Brandt über Schmidt bis Schröder – und beklagte, dass diese nicht ausreichend in eine effektive Nutzung der Einnahmen umgesetzt hätten.
Seine Enttäuschung kulminierte in einer skepsischen Betrachtung von Bundeskanzler Friedrich Merz. „Er ist ein Jahr jünger als ich, hat dieselben Zeiten miterlebt, kennt die Wirtschaft und weiß, wie sowas geht. Ich habe geträumt, dass er wirklich sich jetzt hinstellt und sagt: ‚Jetzt lege ich wirklich mal ein Reformprogramm vor.“
Miersch schloss seine Äußerungen mit einer deutlichen Warnung: „Sie sollten ein bisschen differenzierter sein, weil, auch Meinungen wie Sie werden gehört. Und wenn Sie einfach sagen, alles Mist, dann ist das Wasser auf die Mühlen von denen, die etwas ganz anderes wollen in diesem Land.“
