Mörderische wendung: 17-jährige nach mord an freundin aus litauen ausgereist
Dortmund – Die Ermittlungen im Fall des tödlichen Schusses auf Onur (17) in Castrop-Rauxel haben eine dramatische Wendung genommen. Knapp drei Wochen nach ihrer Festnahme in Litauen wurde die 17-jährige Angela nun nach Deutschland gebracht.
Schülerin lügte über sexuelle belästigung – fluchtfahrschein für die freiheit
Ein Richter verhängte am Freitag Haft an – wegen Mordes! Die junge Frau soll ihren Bekannten am Abend des 14. Januar erstochen haben. Die Rettungsversuche der Passanten und Polizisten blieben zweifellos vergeblich, Onur erlag seinen Verletzungen.
Nach der Rückkehr nach Deutschland schwieg Angela vor Gericht, als der Richter die Anschuldigungen vorbrachte. Wie BILD aus Sicherheitskreisen erfuhr, stimmte sie widerwillig zu, einer Justizvollzugsanstalt zugewiesen zu werden. Ihr Anwalt, Burkhard Kapteinat, gab lediglich eine stumme Bestätigung.

Handy-nachrichten enthüllen die wahrheit
Die Auslieferung verlief überraschend zügig, da Angela kooperierte – offenbar, um die Ermittlungen zu erschweren. Wie die Staatsanwaltschaft vorlegt, hatte sie zunächst behauptet, Onur habe sie sexuell bedrängt. Diese Version wurde jedoch durch die Auswertung ihres Handys widerlegt. Die Nachrichten enthielten eine klare Entkräftung ihrer Fluchtgeschichte.

Fluchtfahrschein und die gefahr der strafvereitelung
Die Polizei war kurz davor, die Schülerin festzunehmen, als sie spurlos verschwand. Es wird vermutet, dass Fluchthin werden wollen. Strafrechts-Expertin Ina Klimpke warnt: „Wer Angela hilft, sich vor der Polizei zu verstecken, macht sich der Strafvereitelung schuldig. Das kann mit Geldstrafe oder mit einer Haftstrafe bis zu fünf Jahren geahndet werden.“ Die Familienangehörigen von Onur hoffen nun auf die Wahrheit.

Prozess in diesem jahr erwartet
Die Mutter von Onur äußerte sich gegenüber BILD: „Das Lügenmärchen von der versuchten Vergewaltigung muss endlich aus der Welt verschwinden.“ Der Prozess gegen die 17-jährige Angela wird voraussichtlich noch in diesem Jahr vor dem Landgericht Dortmund stattfinden. Aufgrund ihres jugendlichen Alters wird das Verfahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Die Kripo suchte bis in die Nacht nach Spuren am Tatort.
Die Kriminalpolizei geht davon aus, dass die Flucht von Angela nicht ohne Hilfe erfolgte. Wer dieser zuflucht half, droht eine strafrechtliche Verfolgung. Der Fall wirft bereits jetzt Fragen nach der Sicherheit von jugendlichen Tätern auf und zeigt die Dringlichkeit, solche Taten zu verhindern.
