Müller zum fc bayern zurück? kahn hält das für unrealistisch

München – Die Gerüchte halten sich hartnäckig: Kehrt Thomas Müller eines Tages in eine Führungsrolle zum FC Bayern zurück? Der ehemalige Vorstandvorsitzende Oliver Kahn hat diese Spekulationen nun deutlich verworfen. Ein Wechsel des Angreifers, der aktuell für die Vancouver Whitecaps in der MLS spielt, in den Vorstand des Rekordmeisters erscheint laut Kahn äußerst unwahrscheinlich.

Kahn: erfahrung und weiterbildung sind unverzichtbar

Kahn: erfahrung und weiterbildung sind unverzichtbar

In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung betonte Kahn, dass die Anforderungen an Führungskräfte im modernen Fußballklub immens gestiegen seien. „Selbst wenn du Weltmeister bist und alles gewonnen hast, brauchst du als Verantwortlicher eines Klubs andere Fähigkeiten. Diese sind heute komplexer denn je“, so Kahn. Er argumentiert, dass fundierte Erfahrung und kontinuierliche Weiterbildung unerlässlich seien, um den vielfältigen Herausforderungen gerecht zu werden. Die Entwicklung eigener Programme und die strategische Einbindung von Mitarbeitern erforderten ein tiefes Verständnis des Geschäfts – etwas, das Müller nach Kahns Einschätzung bislang nicht besitzt.

Kahn, der nach seiner Karriere selbst einen MBA absolvierte und anschließend in den Vorstand des FC Bayern aufstieg, kennt die Bedeutung fundierter betriebswirtschaftlicher Kenntnisse aus erster Hand. Seine eigene Karriere als Unternehmer und die anschließende Tätigkeit im Management des Klubs verdeutlichen, dass Expertise und strategisches Denken entscheidende Faktoren für den Erfolg sind. Der frühere Vorstandsvorsitzende scheint der Meinung zu sein, dass die reine Spielerkarriere, selbst wenn sie so glorreich ist wie die von Müller, nicht ausreicht, um eine Führungsrolle im Profifußball zu übernehmen.

Doch Kahn schätzt Müller weiterhin hoch ein. „Ich kenne Thomas schon eine Weile. Es gibt nichts Negatives, was man über ihn sagen kann. Ein sehr offener Typ, immer gesprächsbereit, mit klaren Ansichten“, räumte Kahn ein, zeigte aber gleichzeitig die Grenzen dessen auf, was Müller für eine Position im Management qualifiziert.

Müllers Wechsel zu den Vancouver Whitecaps im August 2023 markierte das Ende einer fast zwei Jahrzehnte andauernden Ära bei den Bayern. Seine erste Saison in der MLS endete knapp vor dem Titelgewinn, als die Whitecaps im Finale gegen Inter Miami, verstärkt durch Lionel Messi, knapp unterlagen. Die Entscheidung für die MLS mag somit nicht nur sportlich, sondern auch strategisch gewesen sein, um sich neue Perspektiven zu eröffnen – jenseits des FC Bayern und einer möglichen Karriere im Management.