Nackte skulptur in niedersachsen sorgt für aufsehen: serena williams als inspiration?
Peine. Eine gewaltige Erscheinung erregt in Hohenhameln-Bründeln im Landkreis Hildesheim seit Tagen Aufsehen: Eine über sechs Meter hohe, 20 Tonnen schwere Skulptur einer hochschwangeren Frau. Die aus Stein gehauene Figur, inspiriert von Tennisgröße Serena Williams, spaltet die Meinungen der Anwohner. Doch die Reaktion der Frauen ist überwiegend positiv.
Kunst am straßenrand: kontroverse um „mea dea“
Der Bildhauer Dieter Homeyer ließ sich für seine Arbeit „Mea Dea“ von der berühmten Sportlerin inspirieren. Laut dem NDR sei einiges bewusst überzeichnet, um die Wirkung des hellbraunen Steins aus der Nähe von Salzburg nicht zu überstrahlen. Der Effekt ist offensichtlich: Die Skulptur hat für Furore gesorgt. Die Installation befindet sich direkt an der Bundesstraße 494 und ist für Passanten kaum zu übersehen.
„Es hat überhaupt nichts mit der Kultur von Niedersachsen, von Deutschland oder dieser Ortschaft zu tun“, kommentiert ein Anwohner gegenüber dem NDR. Andere wiederum sehen in der Darstellung einer schwangeren Frau nichts Besonderes. Doch es gibt auch Stimmen, die die Kunst begrüßen.
„Kunst bereichert die Welt“, sagt ein Dorfbewohner, „in unserer schlechten Welt, die wir schon haben.“ Eine andere Anwohnerin findet das Werk „nicht unnett“.
Positive reaktionen von frauen
Homeyer berichtet von überwiegend positiven Rückmeldungen von Frauen. Diese sehen in der Darstellung eine willkommene Abkehr von der idealisierten Darstellung der Schwangerschaft, die seiner Meinung nach oft von männlichen Vorstellungen geprägt ist. Die Skulptur wird sogar als Fruchtbarkeitsgöttin interpretiert, nicht zuletzt angesichts der fruchtbaren Böden der Region.
Die Bedeutung seines Werkes „Mea Dea“ lässt Homeyer bewusst offen. Die Reaktion der Frauen, die in der deformierten Form der Schwangerschaft eine Darstellung sehen, die bislang fehlte, scheint ihm jedoch genügend.
Die Skulptur steht nun inmitten von Feldern, Bäumen und Windrädern – ein Blickfang für alle, die die Bundesstraße 494 passieren. Sie ist mehr als nur eine Skulptur; sie ist ein Statement, das Diskussionen anregt und die Wahrnehmung von Weiblichkeit neu beleuchtet. Und das, so scheint es, ist der Künstler auch gelungen.
Die Skulptur bleibt, egal wie man sie bewertet, ein eindringlicher Anblick – und ein Beweis dafür, dass Kunst auch im ländlichen Raum noch für Gesprächsstoff sorgt.
Die Skulptur wird voraussichtlich noch bis zum Jahresende stehen bleiben.
