Neuer-patzer, bischof-wahnsinn: bayern rettet sich in freiburg!

Ein Herzinfarktspiel in Freiburg. Der FC Bayern München, angeschlagen und ohne Harry Kane, hat sich in der 90.9. Minute einen späten, knappen 3:2-Sieg erkämpft – ein Resultat, das die allgemeine Anspannung vor dem Champions-League-Duell gegen Real Madrid (Dienstag, 21 Uhr) kaum lindert, sondern eher eine Fragezeichen hinter die Stabilität des Teams wirft.

Die neuer-show: von glanz zu fehlern

Die neuer-show: von glanz zu fehlern

Manuel Neuer, zurück nach seiner Verletzungspause, präsentierte sich zunächst als der Rückhalt, den man von ihm kennt. Paraden gegen Höler und Lienhart hielten die Bayern im Spiel, zeigten den Weltmeister von 2014 in Glanzlichtern. Doch dann, in der 71. Minute, kam es zur Katastrophe: Bei einer Ecke von Beste verließ Neuer unbedacht seinen Kasten, verpatzte die Ballabnahme und ermöglichte damit Freiburgs Höler, das 2:0 abzuschließen – ein Aufreger, der die Diskussionen um seinen Platz im Tor neu entfacht. Höler, der Mann der Stunde, traf bereits zum sechsten Mal in Pflichtspielen gegen den Rekordmeister. Eine bittere Statistik für die Münchner.

Die erste Hürde für Bayern war bereits zur Halbzeit genommen: Manzambi, mit einem sehenswerten Treffer ins lange Eck, brachte die Gastgeber in Führung. Doch die Antwort kam prompt: Ein Doppelpack von Bischof, ein junger Mann, der plötzlich zum Matchwinner avancierte, sorgte für die Wende. Zuerst aus der Distanz (81.), dann erneut mit einem präzisen Schuss (90.+2) – der U21-Star bewies Nervenstärke und rettete Bayern vor einer Schmach.

Und dann kam Karl. Lennart Karl, der nach einer Vorlage von Davies in der Nachspielzeit den Ball über die Linie drückte, bescherte den Bayern den Siegtreffer. Der Jubel war grenzenlos, Karl feierte mit einem Ausziehen des Trikots – ein Bild, das die Erleichterung, aber auch die vielleicht etwas übertriebene Euphorie nach einem solchen Kraftakt widerspiegelt.

Doch die Wahrheit ist ernüchternd: Die beste Offensive der Liga (98 Tore) wirkte über weite Teile des Spiels harmlos. Der Ausfall Harry Kanes (Sprunggelenksverletzung) ist spürbar – kaum Torgefahr, wenig Kreativität. Seine Fitness für das Spiel gegen Real bleibt ungewiss. Vincent Kompany äußerte sich zwar optimistisch, doch die Ungewissheit bleibt. Die allgemeine Erwartungshaltung wird durch die wackeligen Auftritte der Bayern in den letzten Spielen untergraben.

Die Generalprobe für Madrid war also alles andere als überzeugend. München hat sich zwar gerettet, aber die Frage bleibt: Kann sich die Mannschaft wirklich auf europäische Topfklasse einstellen, wenn die Basics so offensichtlich fehlen? Ein Sieg, der mehr Fragen aufwirft als er beantwortet.