Olympia-zoff: böhmermann attackiert kölns ob – burmester kontert

Der Kampf um die Olympischen Spiele 2036 spitzt sich zu. Während Berlin und München um den Zuschlag wetteifern, sorgt ein verbaler Schlagabtausch zwischen einem prominenten Fernsehmoderator und dem Oberbürgermeister von Köln für zusätzliche Brisanz. Jan Böhmermann, bekannt für seine scharfe Zunge, ließ es in einem Podcast ordentlich krachen, während Kölns OB Torsten Burmester mit einem deutlichen Kontra antwortete.

Böhmermanns attacke: „köln will eure scheiße nicht“

Der ZDF-Moderator Böhmermann steuerte in seinem Podcast eine derbem formulierte Kritik an Kölns Bewerbung bei. Sein Urteil: „Köln will eure Scheiße nicht.“ Und der Seitenhieb auf OB Burmester ließ nicht lange auf sich warten: Er bezeichnete ihn als „fucking Bürgermeister“. Ein Auftritt, der im politischen Berlin für Gesprächsstoff sorgte und die Debatte um die deutsche Olympia-Bewerbung neu entfachte.

Burmester schlägt zurück: „eine chance für unsere stadt“

Burmester schlägt zurück: „eine chance für unsere stadt“

Oberbürgermeister Torsten Burmester ließ sich von Böhmermanns Wortwahl nicht beirren. Im Interview mit der BILD-Zeitung verteidigte er die Kölner Bewerbung vehement: „Als ich mein Amt im November 2025 antrat, habe ich das mit Ambitionen und Zielen für die Stadt verbunden. Dazu gehört Olympia. Denn die Austragung von Olympischen und Paralympischen Spielen hilft nicht nur dem Sport in Köln. Sie ist eine einzigartige Chance für die Entwicklung unserer Stadt.“ Er betonte, dass die Spiele eine enorme wirtschaftliche Belebung bedeuten würden, ähnlich wie in Paris.

Die Gegner der Bewerbung sehen das naturgemäß anders. Böhmermann verkörpert diese Haltung, die in Deutschland leider allzu oft darin resultiert, jede Chance von vornherein abzulehnen. Burmester hingegen lud den Moderator zu einem klärenden Gespräch ein und zeigte sich offen für eine konstruktive Diskussion, betonte aber, dass man sich nicht von pessimistischen Äußerungen lähmen dürfe.

Die zahlen sprechen für köln: vier millionen wahlberechtigte

Die zahlen sprechen für köln: vier millionen wahlberechtigte

München hatte im Referendum zwar eine Zustimmung von 66,4 Prozent erzielt, doch Burmester ist überzeugt, dass Köln punkten kann. „Hinter der Bewerbung von Köln/Rhein-Ruhr stehen deutlich mehr Menschen als hinter der Bewerbung von München“, argumentierte er. Die Region Köln/Rhein-Ruhr umfasst vier Millionen Wahlberechtigte – mehr als jeder andere Bewerber. „Am Ende zählen die Prozente“, so Burmester, „und ich bin glücklich, wenn wir die Mehrheit erreichen.“

Ein klares Zeichen setzte bereits die Briefwahl in Köln, wo rund 30 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben haben. Ein starker Zwischenstand, der die Unterstützung für die Bewerbung untermauert. Die Abstimmung am 19. April wird entscheidend sein.

Kölner dom als olympia-star?

Kölner dom als olympia-star?

Die Frage, ob der Kölner Dom zum Olympia-Star werden könnte, sorgte für einen humorvollen Moment. Ein Vorschlag von BILD, das Olympische Feuer auf dem Vierungsturm des Doms zu präsentieren, wurde zwar belächelt, doch die Idee, den Marathonlauf am Dom vorbeiführen zu lassen, scheint durchaus realistisch. Der Dom ist schließlich das meistbesuchte Bauwerk in Deutschland und weltweit bekannt.

Ein investitionsbooster für die region

Ein investitionsbooster für die region

Kritiker bemängeln die hohen Kosten, die mit den Olympischen Spielen verbunden sind. Burmester konterte: „Wir würden mit 14 Millionen Tickets deutlich mehr anbieten als unsere Mitbewerber. Dadurch könnten wir zwischen 200 und 400 Millionen Euro Gewinn erwirtschaften.“ Darüber hinaus würden die Spiele einen Investitionsbooster für die Infrastruktur auslösen und Entwicklungen beschleunigen, die sonst auf sich warten ließen. „Was wir in die olympischen und paralympischen Spiele investieren, kommt den Kölnerinnen und Kölnern zugute – weit über das Ende der Spiele hinaus.“

Burmester selbst setzt auf sein Glücksbringer: seine Schuhe, die er seit Paris 2024 trägt. Ein kleines Ritual, das er nun im Kampf um Olympia fortsetzt. Die Entscheidung im September wird zeigen, ob sich seine Hoffnung erfüllt.