Oscar-quoten sinken: hollywoods glamour verliert – und die tv-zuschauer?
Los Angeles – Die 98. Oscar-Verleihung verzeichnete einen deutlichen Rückgang der Zuschauerzahlen. Während Hollywood auf den roten Teppichen feierte, offenbarte die TV-Performance eine Realität, die weit entfernt vom erwarteten Glanz ist. Die Einschaltquoten in den USA sanken um 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf knapp 17,9 Millionen Zuschauer.
Auch deutschland spürt den trend: weniger zuschauer bei der oscar-nacht
Auch in Deutschland verzeichnete die Oscar-Nacht einen Rückgang. ProSieben erreichte bis 3 Uhr morgens einen Marktanteil von 18,7 Prozent – ein deutlicher Rückgang gegenüber den 24,8 Prozent des Vorjahres. Insgesamt sahen etwa 340.000 Zuschauer zu, was etwa 100.000 weniger sind als 2022. Die Reichweite im zweiten Nachthälfte stieg sogar noch einmal an, doch die Werte blieben hinter den Rekordjahren zurück.
Die Zahlen sind ein deutliches Zeichen für eine Veränderung der Mediennutzung. Die Oscar-Verleihung, einst ein Ereignis, das Millionen vor die Bildschirme lockte, verliert an Relevanz für ein breiteres Publikum. Während die Verleihung in den USA in ihren besten Zeiten bis zu 57,2 Millionen Zuschauer hatte, lag die Reichweite 2021 bei lediglich 10,4 Millionen. Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass dieser Trend sich fortsetzt.
Langfristig wird sich diese Entwicklung noch verstärken. Ab 2029 wird die Oscar-Verleihung auf YouTube umziehen, da klassische TV-Quoten für die Erfolgsmessung keine Rolle mehr spielen sollen.
Doch auch abseits der Zahlen gab es in dieser Nacht ein paar bemerkenswerte Entwicklungen. Die Abwesenheit von Conan O’Brien als Moderator wurde von einigen als Bruch mit der Tradition empfunden. Und der Müll, der nach der Party im Dolby Theatre zurückblieb, offenbarte eine weniger glamoröse Seite des Hollywoods. Säcke, Pappbecher und Essensreste stapelten sich.
Die Oscar-Verleihung steht vor einer großen Transformation. Der Glamour bleibt, doch die Art und Weise, wie wir ihn konsumieren, verändert sich. Die Zahlen sprechen für sich: Die Zeit des TV-Glanzes ist vorbei – zumindest, wenn es um die Oscars geht.
