Osterspaziergang in den tod? familie auf klettersteig in not
Ein vermeintlich entspannter Osterurlaub in Südtirol endete für eine Familie aus Thüringen mit einem Schock: Auf dem anspruchsvollen Klettersteig „Hoachwool“ im Schnalstal gerieten sie in Not und mussten von der Bergrettung gerettet werden. Ein Lehrstück über Risikobewusstsein und die Bedeutung gründlicher Vorbereitung.
Der balanceakt auf schmalem pfad
Der „Hoachwool“ gilt als einer der landschaftlich reizvollsten Klettersteige Italiens, doch er verlangt seinen Teilnehmern höchste Fitness und absolute Trittsicherheit ab. Am Karfreitag startete eine Familie aus Erfurt, bestehend aus den Eltern und ihrem Sohn, zu der Tour. Die Route, die an einem historischen Wasserleitungssystem entlangführt, erfordert ein hohes Maß an Konzentration und körperlicher Belastbarkeit. Bereits gegen 18 Uhr ging ein Notruf bei den Rettungskräften ein: Frau und Kind waren erschöpft und konnten ihre Tour nicht fortsetzen.
Ein fataler Irrtum Der Vater, in der Annahme, das Ziel sei in greifbarer Nähe, hatte sich weiter vorwärts bewegt, um Hilfe zu holen. „Vermutlich wollte er Hilfe für seine Familie holen“, so ein Bergretter gegenüber BILD. Doch die Situation eskalierte: Der Vater geriet beim Klettern selbst in Schwierigkeiten und blieb stecken. Zwei Bergretter mussten ihn erreichen, sichern und zur sicheren Ableitung ins Tal begleiten.
Die Bergrettung Meran brauchte mehrere Stunden, um die Familie in Sicherheit zu bringen. „Dennoch zeigt der Einsatz, wie wichtig eine gute Vorbereitung ist – insbesondere, sich im Vorfeld über Länge und Anforderungen einer Tour genau zu informieren“, so die Bergrettung. Die Familie wurde unverletzt, aber völlig entkräftet, am späten Abend vereint. Die Kosten für den Rettungseinsatz werden von den Familien aus dem In- und Ausland in der Regel ersetzt – ein teurer Spaß, der einer sorgfältigen Planung vorgezogen werden sollte. Der nächste Familienausflug wird für die Thüringer wohl deutlich beschaulicher ausfallen.

Die bittere realität der bergrettung
Dieser Vorfall ist kein Einzelfall. Immer wieder müssen Bergrettungsteams ausrücken, um unvorbereitete Wanderer und Kletterer in Not zu helfen. Die Bergrettung Meran appelliert daher eindringlich an alle Outdoor-Enthusiasten, ihre Touren realistisch einzuschätzen und sich vorab gründlich zu informieren. Die Natur ist wunderschön, aber auch unerbittlich – und Selbstüberschätzung kann fatale Folgen haben.
