Pahlavis appell an bundesregierung: 'meer aus blut' mahnt zum handeln
Der iranische Exil-Kronprinz Reza Pahlavi prangerte vor dem Bundestag eine systematische Ignoranz der deutschen Politik gegenüber den Opfern des iranischen Widerstands an. Ein Appell, der von Zuspruch und zugleich von scharfer Kritik begleitet wurde.
Ein volk im blut – und ohne antworten
Pahlavi, dessen Vater Mohammad Reza Pahlavi die Iranische Revolution auslöste, beschrieb die Lage im Iran als ein ‘Meer aus Blut’. Er forderte die Bundesregierung dringend auf, die bisherige Politik der Beschwichtigung zu beenden und die Mullah-Führung zu konfrontieren. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 40.000 Tote an einem einzigen Tag im Januar 2022 – ein Massaker, das weltweit Beachtung erfordert.
„Die Menschen, die auf die Straße gehen, diejenigen, die im Iran und in den 31 Provinzen, einschließlich der Kurdischen Gebiete, für Freiheit kämpfen, rufen nach meinem Namen, aber auch nach dem Namen meines Vaters“, so Pahlavi. Er betonte, dass der Widerstand gestärkt sei und sich nicht länger auf die Erpressung durch die Revolutionsgarden verlassen müsse.

‘Kein weg zurück’ – die drohung des regimes
Der Vorwurf, sein Vater habe den Iran unterdrückt, sei kurz gedacht, argumentierte Pahlavi. Nun sei es die unerbittliche Erpressung, die Deutschland in eine gefährliche Position bringt. „Sich dieser Erpressung zu beugen, hat uns an diesen Punkt gebracht. Die Beschwichtigung, die seit Jahren lief, hat uns hierhergebracht. Und das ist die Botschaft: Dieses Regime sollte Ihnen nicht diktieren, mit wem Sie sprechen können!“
Der Sohn des letzten Schahs warnt eindringlich vor weiterer Erpressung und ruft zu ‘mehr Entschlossenheit und Mut’ der westlichen Regierungen, insbesondere Europas, auf. Er sieht die jüngste Militärkampagne als einen entscheidenden Wendepunkt, der das Regime aus dem Gleichgewicht gebracht hat. Die Situation ist ernst – und die Forderung nach einer klaren Positionierung Deutschlands ist lauter denn je.
“Wenn ich mit den Opfern dieses Regimes spreche, einschließlich der Opfer des Massakers vom 8. und 9. Januar, dann bestehen sie darauf, dass unser Kampf fortgesetzt wird. Sie sagen: Unsere Kinder sollen nicht umsonst gestorben und massakriert worden sein.”
