Panikaufnahmen aus dem inferno in der bar le constellation

In der schweizerischen Bergstation Crans-Montana ereignete sich am Silvesterabend 2018 eine der schrecklichsten Tragödien in der jüngeren Geschichte. Ein Brand in der Bar 'Le Constellation' forderte 41 Todesopfer und verletzte 115 Menschen. Jetzt sind die sensiblen Audios der Notrufe, die die Rettungskräfte empfingen, an die Öffentlichkeit gelangt.

Leaked-notrufe sorgen für weitere kritik an der staatsanwaltschaft wallis

Leaked-notrufe sorgen für weitere kritik an der staatsanwaltschaft wallis

Die Staatsanwaltschaft Wallis hatte die Notrufe an die Opferanwälte weitergegeben, die sie möglicherweise an die Presse weitergaben. Als Ergebnis hat die kantonale Walliser Rettungsorganisation (KWRO) Anzeige gegen Unbekannt erstattet, da die Weitergabe der Audios verstoße gegen das Berufsgeheimnis und das Datenschutzgesetz.

Die Notrufe, die zwischen 1:25 und 3 Uhr morgens eingingen, schildern das unfassbare Grauen, das die Opfer erlebten. Zittrige Stimmen rufen um Hilfe, während in den Hintergründen das Zischen und Knarren brennender Holzwerkstoffes zu hören ist. Die Staatsanwaltschaft Wallis forderte die Notrufe im Januar an, die Behörden hoben das Berufsgeheimnis auf und übergaben einen verschlüsselten Stick mit den Aufnahmen an die Justiz.

Die Weitergabe der sensiblen Audios ist nur das jüngste Kapitel einer Serie gravierender Verfahrensfehler. Schon zuvor geriet die Walliser Staatsanwaltschaft massiv in die Kritik: Obduktionen der Todesopfer wurden schlicht vergessen, Durchsuchungsbeschlüsse zunächst nicht vollzogen, Beschuldigte blieben tagelang auf freiem Fuß und hätten Beweismaterial vernichten können.