Prada reloaded: streep und hathaway erobern hollywood erneut
London (England) – Kann man einen 20 Jahre alten Film fortsetzen? Einen Kultfilm, den man auch heute noch immer und immer wieder sehen kann (und will!) und sich dennoch nicht langweilt? Dessen messerscharfe Einzeiler („Bewegen Sie sich ruhig im Schneckentempo. Sie wissen ja, wie sehr mich das begeistert“) sich in unser kollektives Kinogedächtnis eingeschrieben haben? Und kann man diese Fortsetzung, wenn man sie denn endlich macht, dann auch noch besser machen? Die Antwort ist überraschend klar: Ja.
Ein comeback, das maßstäbe setzt
Ab Donnerstag eröffnet „Der Teufel trägt Prada 2“ seine Leinwand in den deutschen Kinos. Die Chemie zwischen Meryl Streep als unerbittliche Miranda Priestly, Anne Hathaway als deren einstiger Schatten und Emily Blunt als die machiavellische Managerin ist ungebrochen. Stanley Tucci hält die kreative Richtung fest – eine bewundernswerte Leistung, die die Originalität des Stoffes bewahrt.
Es ist eine Gratwanderung, die sich jedoch mit Bravour gelingt. Die Kinoleinwand erhält eine neue Dimension, ohne dabei den scharfen Biss und die skurrilen Charaktere der Vorlage zu vernachlässigen. Die Schauspielerinnen verkörpern ihre Rollen mit einer Präzision, die ihresgleichen sucht. Streep, Hathaway und Blunt – ein Trio, das die Erwartungen übertrifft. Und das, ohne einen Schuss Überhuber.

Die stars blicken zurück
Die Erinnerung an 2006, als der erste Film in die Kinos kam, ist noch lebhaft. Damals, in einer Zeit vor omnipräsenten Smartphones und Social Media, hätte kaum jemand ahnen können, dass diese Geschichte eine so langanhaltende Wirkung entfalten würde. Doch die Dynamik, die Streep, Hathaway und Tucci auf der Leinwand kreieren, ist zeitlos.
„Die Modetrends kommen heute zack, zack, zack. Es gibt ja auch keine Jahreszeiten mehr. Und ganz nebenbei brauchen wir nicht mal mehr Mäntel. Ich glaube, wir alle versuchen, unsere Balance zu finden in dieser neuen Welt. In jeder Art von Business, in der Familie, in der Schule, in den Universitäten.“ – Meryl Streep, mit Blick auf die sich ständig wandelnden Realitäten der Modeindustrie.

Mehr als nur mode
Die Freundschaft zwischen den Schauspielerinnen reicht bis zu den Drehbürgertagen des ersten Films zurück. „Wir kannten uns ja vor dem ersten Film schon. Danach haben wir uns nie mehr aus den Augen verloren. Wir haben in den letzten 20 Jahren auf der persönlichen Ebene eine Menge durchgemacht. Wir haben miteinander Freud und Leid geteilt. Das hat uns immer näher zusammengebracht. Das beeinflusst dann auch, was wir gemeinsam vor der Kamera machen.“ – Stanley Tucci, der die enge Verbindung zu den Kolleginnen betont.
Der Vorverkauf für „Der Teufel trägt Prada 2“ läuft bereits jetzt heiß. Die Leute wollen zurück ins Kino, und das ist in dieser Ära von Streaming-Diensten kein Selbstlöffel. Streep: „Ich glaube, die Leute werden sich langsam wieder ins Kino wagen, weil sie es satthaben, sich diese riesigen Formate so anzusehen. Jetzt werden Kurzfilme gedreht, in denen alles so großformatig ist, nur damit man es auf dem Handy anschauen kann …“ – Eine scharfe Beobachtung einer zunehmend verzerrten Realität.

Fazit: ein triumph
„Der Teufel trägt Prada 2“ ist mehr als nur eine Fortsetzung. Es ist eine Bestätigung des Originals, eine Hommage an die scharfe Intelligenz und den skurrilen Humor der Geschichte. Ein Film, der sich sehen lassen kann – und das verdient Beachtung.
