Radiowelt trauert: kult-stimme rik de lisle ist verstorben
Berlin hat eine Legende
verloren. Rik de Lisle, die unverwechselbare Stimme des „Berliner Rundfunk 91.4“ und für viele ein Stück Berliner Radiogeschichte, ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Der Abschied von dem charismatischen Moderatoren, der mit seinem markanten amerikanischen Akzent und seinen Anekdoten über Jahrzehnte hinweg die Berliner Morgen begleitet hat, hinterlässt eine Lücke, die schwer zu füllen sein wird.
Ein leben zwischen musik und mauer
De Lisle war mehr als nur ein Radiomoderator; er war ein Chronist seiner Zeit, ein Geschichtenerzähler, der die Hörer mit seinen lebhaften Berichten von Konzerten und Begegnungen mit Musikgrößen verzauberte. Besonders eindrücklich waren seine Schilderungen aus der Zeit, als Berlin noch geteilt war, als er als einer der wenigen westlichen Journalisten Einblicke in die ostdeutsche Musikszene gewann. Er verstand es, die Sehnsucht nach Freiheit und die Leidenschaft für Musik in seinen Sendungen widerzuspiegeln.
„Icke bin’s Alter Ami“ – so präsentierte sich Rik de Lisle seinen Hörern, eine selbstironische Bekennung, die er zu seinem Markenzeichen machte. Diese einprägsame Vorstellung war für Millionen Hörer in Berlin und Brandenburg ein vertrauter Begleiter im Alltag. Der „Berliner Rundfunk 91.4“ würdigt ihn als „kaum bekannte Stimme“, die Generationen geprägt hat.
Seine Live-Sendung „Rik De Lisle Show“, die bis Dezember letzten Jahres noch regelmäßig die Berliner Radiowellen füllte, war ein Spiegelbild seines Lebens: geprägt von Musik, Reisefieber und einer unerschütterlichen Neugier auf die Welt. Eine Sprecherin des Senders betonte: „Wir sind stolz darauf, dass wir über drei Jahrzehnte lang mit unseren Sendern Riks Radio-Heimat waren.“
Die Nachricht von seinem Tod löste in der Radioszene und bei seinen zahlreichen Hörern große Bestürzung aus. Rik de Lisle hat die Berliner Radiowelt nachhaltig geprägt und wird als eine der bedeutendsten Stimmen Deutschlands in Erinnerung bleiben. Sein Erbe, die Geschichten, die er erzählt hat, und die Musik, die er geliebt hat, werden weiterleben.
