Rhein-Dürre: Fluss droht Teilung – Schifffahrt in Not
Der Rhein kämpft mit dramatischem Niedrigwasser, das in Nordrhein-Westfalen historische Tiefstände auslöst. Die anhaltende Trockenheit und fehlende Niederschläge führen zu einer massiven Belastung für die Binnenschifffahrt.
Entscheidender Pegel Kaub erreicht
Laut des Bundesverbands der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) wird an dem für die Schifffahrt und Wirtschaft wichtigen Pegel Kaub voraussichtlich erstmals ein nur noch einstelliger Wert prognostiziert. Dies bedeutet, dass der Rhein im Laufe der Woche zweigeteilt werden könnte.

Zweiteilung des Flusses droht
„Im Prinzip ist der Rhein damit nicht mehr durchgängig befahrbar und damit zweigeteilt“, erklärt Jens Schwanen, Geschäftsführer des BDB. Es besteht weiterhin Schifffahrt zwischen den ARA-Häfen (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen) und Nordrhein-Westfalen bis etwa Köln, über den Rhein und das westdeutsche Kanalgebiet. Weiter südlich wird Schiffsverkehr an den Nebenflüssen Neckar, Mosel, Main, Main-Donau-Kanal betrieben.

Auswirkungen auf die Schifffahrt und Wirtschaft
Die gewerbliche Schifffahrt wird bei solchen niedrigen Wasserständen in der Region keinen Gütertransport mehr durchführen können. Dies betrifft sowohl die Ausflugs- als auch die Kreuzfahrtschifffahrt. Die extrem niedrigen Pegelstände, die auch andere große deutsche Flüsse betreffen, stellen die Binnenschifffahrt vor große Probleme. Schiffe können deutlich weniger Ladung transportieren, was die Transportkosten erhöht und vor allem Industriebranchen belastet, die auf diese Transporte angewiesen sind.
Lkw-Ausnahmen diskutiert
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger hatte bereits in BILD eine Aussetzung des Sonntags- und Feiertagsfahrverbots für Lkw ins Spiel gebracht, um wichtige Güter zeitweilig vermehrt über die Straße transportieren zu können. Bisher haben bereits Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und das Saarland das Sonn- und Feiertagsfahrverbot vorübergehend gelockert.