Schock in berlin: sängerin stirbt auf der bühne – eine liebesgeschichte als botschafter
Berlin – In den letzten Momenten ihres Lebens forderte die Sängerin Gitte Hænning nur eines: „Du musst bei mir bleiben.“ Kurz darauf, während sie Sonette am Berliner Schauspielhaus vortrug, erlosch ihre Stimme und ihr Leben.

Ein leben zwischen ruhm und liebe – eine ungewöhnliche geschichte
Gitte Hænning, eine der erfolgreichsten Sängerinnen Europas, die mit „Ich will ‘nen Cowboy als Mann“ für Furore sorgte, lebte nie wirklich im Rampenlicht. Vielmehr war sie in die Musik, in ihre Familie, in ihre Schwester und vor allem in die Menschen, die ihr etwas bedeuteten, wie die legendäre Nina Hagen, verstrumpt.
Die Erinnerung an diesen tragischen Abend in Berlin – ihre Mutter starb während ihrer Vorstellung – ist nur ein Kapitel in einer außergewöhnlichen Lebensgeschichte. Hænning, eine Frau, die sich stets von Konventionen distanzierte, verbrachte ihre Kindheit in einem Haus voller Bücher, in dem Künstler und Musiker zu Gast waren. Ihre Mutter, eine scharfsinnige Frau, erkannte früh das Talent ihrer Tochter und förderte es entsprechend. Doch der Erfolg kam früh und unerwartet – und mit ihm die ersten Konflikte.
„Ich wollte nicht berühmt sein“, erinnert sie sich. „Mein Vater hat mir das Singen beigebracht, aber er war manchmal etwas zu forsch.“ Der frühe Ruhm, der durch ein Vater-Tochter-Duett in Dänemark ausgelöst wurde, brachte nicht nur Anerkennung, sondern auch Kritik. Die Vorstellung, als Kind ein Lied über eine Heirat mit dem Vater zu singen, war ihr unangenehm.
Doch Hænning fand ihren Weg – und das mit Hilfe einer besonderen Freundin: Nina Hagen. „Freu dich bloß nicht zu früh auf unser Gespräch“, zynisch wetternd, imitierte sie Hagen bei der Aufnahme für den BILD-Podcast „MayWay“. „Ich bin ein Alleingänger. Ich kann nicht mit sehr vielen.“ Die beiden Frauen verband eine ungewöhnliche Freundschaft, die seit Jahrzehnten bestand – eine Freundschaft, die von gegenseitiger Wertschätzung und einem gemeinsamen Verständnis für das Leben geprägt war.
„Nina ist eine kleine Schamanin“, beschreibt Hænning ihre Freundin. „Sie ist gütig, sehr gütig. Und sie ist für die Menschen da.“ Während andere Künstler den Ruhm suchten, fand Hænning Trost in der Musik und in den Beziehungen zu Menschen, die ihr wichtig waren. Die Punklegende Nina Hagen zählt zu den wenigen Menschen in Deutschland, die sie wirklich faszinieren. „Nina Hagen, Udo Lindenberg, Helge Schneider, Otto Waalkes – das sind die, womit ich etwas anfangen kann.“
„Nach Berlin kam ich wegen der Liebe“, so Hænning. „Es dreht sich immer um Liebe für mich. Das sind meine Prioritäten.“ Auch in ihren 80 Jahren fühlt sie sich von der Liebe angezogen. „Ich liebe es, verliebt zu sein. Das ist wie Champagner. Das ist das Schönste, was es gibt.“ Und trotz aller Herausforderungen und Rückschläge blickt sie optimistisch in die Zukunft. „Ich will weiter Rock’n’Roll! Singen ist sehr gesund für die Seele. Alle sollten singen. Alle sollten tanzen.“ Ein Leben voller Musik, Liebe und unkonventioneller Entscheidungen – das ist das Vermächtnis von Gitte Hænning.
