Siem reap ehrt heldin „magawa“ mit monumentaler statue

Ein ungewöhnlicher Held wird in Kambodscha gefeiert: Die Riesenhamsterratte „Magawa“, die mehr als hundert Landminen ausfindig machte, hat nun in Siem Reap ein Denkmal erhalten. Eine 2,20 Meter hohe Statue erinnert an die Heldentat der kleinen Spürnase, die in ihrer kurzen Karriere das Leben unzähliger Menschen schützte.

Die grausame vergangenheit des landes und die ungewöhnliche lösung

Die grausame vergangenheit des landes und die ungewöhnliche lösung

Die Geschichte von „Magawa“ ist eng verbunden mit der tragischen Vergangenheit Kambodschas. Während der Herrschaft der Roten Khmer unter Pol Pot zwischen 1975 und 1979 wurden Millionen Landminen wahllos im Land verlegt, oft ohne jegliche Kartierung. Ganze Landstriche wurden dadurch unbewohnbar und stellen eine tödliche Gefahr für die Bevölkerung dar. Die Suche nach diesen Minen gestaltete sich als extrem schwierig und gefährlich.

Doch hier kamen die afrikanischen Riesenhamsterratten ins Spiel. Ausgebildet von der belgischen Organisation Apopo, verfügen diese Nager über einen außergewöhnlichen Geruchssinn und können systematisch große Flächen nach Sprengstoffen absuchen. An dünnen Leinen geführt, werden sie zur Belohnung mit Bananen und Erdnüssen verwöhnt – eine Motivation, die offenbar Wunder wirkt.

„Magawa“ stach als eine der erfolgreichsten Minen-Suchratten hervor. Geboren 2014 in Tansania, machte sie in ihrer aktiven Zeit auf einer Fläche von 141.000 Quadratmetern mehr als 100 Landminen und Blindgänger unschädlich. Eine Leistung, die ihr 2020 die seltene Goldmedaille der PDSA – die höchste Auszeichnung für tierischen Mut – einbrachte. Die Ehrung durch eine monumentale Statue ist der krönende Abschluss ihrer bemerkenswerten Karriere.

Es ist ein Zeichen des tiefen Respekts, den die kambodschanische Bevölkerung diesen Tieren entgegenbringt. Der Berufskollege von „Magawa“, „Ronin“, wurde im vergangenen Jahr sogar ins „Guinness-Buch der Rekorde“ aufgenommen, nachdem er innerhalb von dreieinhalb Jahren 109 Minen und 15 nicht explodierte Kampfmittel aufgespürt hatte. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die Arbeit dieser Ratten ist von unschätzbarem Wert für die Sicherheit und das Wohlbefinden der Menschen in Kambodscha.

Die Enthüllung der Statue war ein festlicher Anlass, bei dem Politiker und Mitarbeiter von Apopo anwesend waren. Es ist mehr als nur ein Denkmal; es ist ein Symbol für Hoffnung und eine Mahnung, die Gefahren von Landminen nicht zu vergessen. Während die kambodschanische Regierung weiterhin erhebliche Anstrengungen unternimmt, um das Land von den verbliebenen Minen zu befreien, bleiben die Riesenhamsterratten ein unschätzbarer Verbündeter im Kampf gegen diese tödliche Bedrohung.