Slowakei rationiert treibstoff: angst vor engpässen wächst

Bratislava – Die slowakische Regierung hat eine drastische Maßnahme ergriffen, um die wachsende Besorgnis über leere Tankstellen zu adressieren. Angesichts der durch den Krieg im Iran verschärften Rohstoffkrise beschränkt Bratislava ab sofort den Verkauf von Benzin und Diesel. Die Entscheidung, die zunächst für 30 Tage gelten soll, könnte bei Bedarf verlängert werden.

Treibstoffbeschränkungen in der slowakei: ein schritt zur sicherung der versorgung

Laut Ministerpräsident Robert Fico (61) ist die Maßnahme notwendig, um Hamsterkäufe und den massiven Tanktourismus zu stoppen. Die vergleichsweise niedrigen Spritpreise in der Slowakei hatten in den letzten Wochen Autofahrer aus Nachbarländern angelockt, insbesondere aus Österreich und Polen. Diese profitierten von der zuvor vereinbarten Preisbremse mit der Raffinerie Slovnaft, die seit Ende Januar aufgrund der Unterbrechung der Ölversorgung aus Russland galt.

Besonders betroffen sind Autofahrer mit ausländischem Kennzeichen. Für sie gilt ein separater, höherer Preis, der als Durchschnitt der Spritpreise in Österreich, Tschechien und Polen berechnet wird. Im Grenzgebiet zu Polen kam es bereits zu Lieferengpässen, teilweise gab es dort gar keinen Treibstoff mehr. Die Abhängigkeit der Slowakei von russischem Öl – die Ukraine kann die Druschba-Pipeline nicht reparieren – hat die Lage zusätzlich verschärft. Die Regierung nutzt nun den Konflikt im Iran, um die Versorgung zu stabilisieren.

Die Entscheidung kommt nicht überraschend. Bereits vor einem Monat hatte die putinfreundliche Regierung einen „Erdöl-Notstand“ ausgerufen, nachdem seit Ende Januar kein Öl aus Russland in die Slowakei floss. Die Rationierung ist ein Zeichen, dass die Slowakei die Konsequenzen der geopolitischen Lage direkt spürt. Die Auswirkungen auf die Bürger und die Wirtschaft werden in den kommenden Wochen deutlich werden.

Die Preiserhöhung für ausländische Kennzeichen bedeutet für viele eine zusätzliche finanzielle Belastung. Die Maßnahme zeigt jedoch auch die Notwendigkeit, die Energieversorgung zu diversifizieren und die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu reduzieren. Die Slowakei setzt damit einen Prekeden für andere Länder in der Region, die ebenfalls von der Energiekrise betroffen sind.

Die slowakische Regierung hofft, durch die Beschränkungen die Versorgung für die eigenen Bürger sicherzustellen. Ob diese Maßnahme jedoch ausreicht, um die Krise zu bewältigen, bleibt abzuwarten.