Söder legt die kamera ab – und das mit konsequenzen

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat sich von seiner einst so beliebten Food-Strategie auf Instagram abgewendet. Stattdessen fokussiert er sich nun auf die drängenden wirtschaftlichen und geopolitischen Herausforderungen, vor denen Deutschland steht.

Stille am grill – ein signal des wandels?

Lange Zeit war das Bild von Söder, der genüsslich Spareribs abnagt und auf dem Oktoberfest ein Hendl verdrückt, ein Garant für Volksnähe und eine Erfolgsstrategie in den sozialen Medien. Doch die plötzliche Snack-Stille auf seinem Kanal wirft Fragen auf. Die Community hat es sich gewohnt, regelmäßig Bilder von Söders kulinarischen Vorlieben zu sehen – von Döner über Bratwurst bis hin zu gelegentlichen gesunden Alternativen wie Wassermelone.

Die Ursache für den strategischen Neuanfang liegt offenbar intern. Nach den enttäuschenden Kommunalwahlergebnissen und der Kritik innerhalb der CSU, die die Food-Posts als Ablenkung von den eigentlichen politischen Themen wahrgenommen haben, scheint Söder eine klare Kurskorrektur vollzuziehen zu wollen. „Aktuell verschärft sich die wirtschaftliche und außenpolitische Lage von Woche zu Woche“, erklärt er im Interview mit dem Münchner Merkur. „Die Kommunikation muss sich natürlich dieser Lage anpassen.“

Es ist kein Zufall, dass Söder nun deutlich macht, dass seine Vorlieben längst bekannt sind. „Inzwischen weiß aber auch jeder, was ich gern esse. Daher gibt es wirklich andere Themen.“ Während er sich weiterhin gerne mit bayerischen Spezialitäten wie einer „Auszogne“ präsentiert, scheinen die Instagram-Posts mit Essensbildern eine Nebensache zu sein. Die Zahlen sprechen für sich: Rund 800.000 Follower – mehr als doppelt so viele wie der Privataccount von Bundeskanzler Merz.

Die csu meldet den „söder kebab“ an

Die csu meldet den „söder kebab“ an

Interessant ist auch, dass die CSU den „Söder Kebab“ mittlerweile als Marke angemeldet hat. Ein kurioser Seitenblick auf eine Strategie, die einst als Mittel zur politischen Ansprache der Bevölkerung galt. Söder selbst betont, dass über 80 Prozent seiner Posts politisch waren. Die Essensbilder machten lediglich einen kleinen Prozentsatz aus.

Die Entscheidung ist mehr als nur eine Marketing-Strategie – sie ist ein klares Signal. Söder legt den Fokus nun voll und ganz auf die aktuellen Herausforderungen und versucht, die Bevölkerung mit einer ernsten und sachlichen Kommunikation zu erreichen. Und das, trotz der vielen, die seine früheren kulinarischen Auftritte nostalgisch vermissen werden.