Sprint-power: so train leipzig’s frauen für den sieg

Die entscheidende Frage im Fußball – egal ob im Training oder auf dem Platz: Wie lässt sich die Geschwindigkeit maximieren? Athletiktrainerin Laura Stosno-Krohn von RB Leipzig Frauen offenbart die Geheimnisse für explosive Kraft und blitzschnelle Wendungen.

Grundlage ist mehr als nur sprints

Es ist ein Mythos, dass unzählige Sprints allein zu höherer Geschwindigkeit führen. Laut Stosno-Krohn ist die Basis eine solide Grund- und Maximalkraft. Profis müssen diese Kraft explosiv entwickeln – das bedeutet, sie müssen in der Lage sein, in Bruchteilen von Sekunden Beschleunigung zu vollbringen.

Doch es geht nicht nur um reine Muskelmasse. Die Kontrolle beim Abbremsen und bei schnellen Richtungswechseln ist ebenso wichtig. Die Muskulatur agiert hier wie ein hochentwickelter Stoßdämpfer, der die Belastungen absorbiert und die Stabilität gewährleistet.

Rumpf stabil, sehnen belastbar

Rumpf stabil, sehnen belastbar

Auch belastbare Sehnen und eine stabile Rumpfmuskulatur spielen eine entscheidende Rolle. Nur so kann die Kraft optimal auf den Boden übertragen und die Leistung gesteigert werden. Denn Fußball ist ein Spiel der ständigen Beschleunigung, abrupten Stopps und schnellen Richtungswechseln – eine konstante Belastung für den Körper.

Intensität steigern, pausen einhalten

Stosno-Krohn empfiehlt eine schrittweise Steigerung der Trainingsintensität. Isometrische Übungen, bei denen die Muskeln angespannt werden, ohne dass das Gelenk bewegt wird, sind hier besonders effektiv. Sie stärken Muskeln und Sehnen, ohne die Belastung zu erhöhen. Ein häufiger Fehler liegt jedoch in zu kurzen Erholungspausen zwischen den Sprints. Dies führt vor allem zu Ausdauer oder der Fähigkeit, mehrere Sprints hintereinander zu absolvieren, aber nicht zur maximalen Sprintgeschwindigkeit. Für echtes Sprinttraining sind vollständige Erholungsphasen unerlässlich.

Profis trainieren zusätzlich auch Läufe in Kurven und unter Perturbationstraining – das bedeutet, dass das Gleichgewicht gezielt gestört wird, um das Nervensystem auf unerwartete Belastungen im Spiel vorzubereiten. So lernt das Gehirn, diese Belastungen schneller auszugleichen und die Reaktionszeit zu verkürzen. Die richtige Belastungssteuerung ist somit das A und O für erfolgreiches Sprinttraining.