St. pauli bangt trotz aufwärtstrend: frankfurt-duell wird zur echten bewährungsprobe
Die Hansa-Kogge scheint wieder Fahrt aufzunehmen, doch die St. Pauli-Fans müssen sich hüten: Drei Siege aus vier Spielen und fünf Partien in Serie ohne Niederlage – ein Aufwärtstrend, der die Stimmung am Millerntor merklich aufhellt. Doch die Realität ist hart: Ein Punkt Vorsprung auf Werder Bremen auf Relegationsplatz 16 ist in dieser ausgeglichenen Bundesliga ein Witz. Der Kampf um den Klassenerhalt ist noch lange nicht entschieden, und Trainer Alexander Blessin weiß das nur zu gut.
Ein momentaufnahme im abstiegskampf
„Wir müssen auf dem Gaspedal bleiben“, mahnt Blessin vor dem anstehenden Duell am Sonntag gegen Eintracht Frankfurt (15.30 Uhr, DAZN). „Das ist eine Momentaufnahme. 23 Punkte werden nicht reichen.“ Die jüngsten Erfolge, so nüchtern der Coach, sind eine Mischung aus „ein bisschen Matchglück, Stabilität und ein bisschen mehr Selbstbewusstsein“. Ein Topf, in den alles zusammenfließt – aber eben keine Garantie für die Zukunft.
Besonders hervorzuheben ist die Entwicklung von Danel Sinani, der mit seiner aggressiven Spielweise und seinem unbändigen Willen zum Schlüsselspieler avanciert ist. Er verkörpert den Kampfgeist, der dem FC St. Pauli in dieser Saison so oft gefehlt hat. Und dann ist da noch Pereira Lage, der auf einer ungewohnten Position sein erstes Bundesliga-Tor erzielte – ein Beweis für die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit des Teams.

Frankfurter umbruch: riera krempelt um
Das Spiel gegen Frankfurt wird zu einer weiteren echten Bewährungsprobe. Auch bei den Gästen herrscht Umbruchstimmung: Nach dem Aus von Dino Toppmöller hat Albert Riera das Ruder übernommen und scheint bereits erste Erfolge zu sehen. Insbesondere die Defensive hat sich stabilisiert: Frankfurt kassiert in letzter Zeit deutlich weniger Gegentore. „Er hat den Punkt gemacht“, konstatierte Blessin anerkennend.
Offensiv wird es für St. Pauli spannend. Riera scheint auf flexible Positionen zu setzen, was die Taktik des FC St. Pauli vor eine besondere Herausforderung stellt. „Wir müssen wachsam sein, wo sie den gefährlichen Pass spielen.“ Die Abwehr muss hellwach sein, um die Frankfurter Angreifer zu neutralisieren, denn ein einziger Fehler kann in dieser Liga den Unterschied ausmachen.
Ein Sieg am Sonntag würde St. Pauli erstmals in dieser Saison drei Spiele in Serie bescheren – ein Signal an die Konkurrenz und ein weiterer Schritt in Richtung Klassenerhalt. Aber Blessin weiß: Es ist nur ein Schritt. Der Weg ist noch weit, und die Konzentration darf keinesfalls nachlassen. Denn in dieser Liga kann es schnell wieder bergab gehen. Die Luft ist dünn, und der Druck ist enorm. St. Pauli muss sich bis zum Schluss wehren – und hoffen, dass das Matchglück weiterhin auf ihrer Seite ist. Der Fokus liegt auf der Gegenwart, denn die Vergangenheit bringt nichts, und die Zukunft ist ungewiss.
