„Tamina“ legt deutschland am sonntag lahm: grillwetter ade!

Die sonnigen Ausblicke des gestrigen Samstag scheinen eine ferne Erinnerung zu sein. Ein heftiges Tief, getauft mit dem Namen „Tamina“, hat Deutschland im Griff und sorgt für einen Sonntag, der alles andere als frühlingshaft ist. Nach seinem Ausbruch über Irland und Großbritannien, wo es mit Orkanen und meterhohen Wellen tobte, hat das Unwetter nun auch unsere Breitengrade erreicht und lässt das Land im Regen versinken.

Ein „echtes biest“ über deutschland

Dr. Karsten Brandt, Klimatologe und Gründer von Donnerwetter.de, schildert die Situation drastisch: „Das ist ein echtes Biest.“ Tatsächlich fegte das Tief vor seiner Ankunft über dem Atlantik mit 125 Kilometern pro Stunde und erzeugte Wellen bis zu zwölf Metern Höhe. Auch wenn es sich nun über Deutschland abgeschwächt hat, bringt es immer noch genug Kraft mit, um unsere Sonntagsvorhersagen zunichte zu machen.

Das Sturmtief hat das Hoch „Reinald“ verdrängt und sich als langes Regenband quer über Deutschland gelegt. Von der Ostseeküste über die Mitte bis nach Baden-Württemberg regnet es unaufhörlich. „Der Regen bleibt da auch den ganzen Tag hängen“, so Brandt. Meteorologen erwarten ein dichtes Regenband, das das Land vom Nordosten bis zum Südwesten erfasst.

Wer das Grillwetter von gestern in Erwartung des heutigen Tages genoss, wird enttäuscht. Stattdessen heißt es, Regenjacke und Schirm bereitzuhalten. Ein Besuch im Museum oder der Indoor-Spielplatz scheint die bessere Alternative zu sein – oder man bleibt einfach gemütlich auf der Couch.

Regen, wind und temperaturstürze

Regen, wind und temperaturstürze

Während Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz am Sonntag zumindest zeitweise trockeneres Wetter erleben könnten, herrscht im Rest des Landes ein wechselhaftes und windiges Aprilwetter. Diplom-Meteorologe Dominik Jung (48) beschreibt die Situation als „typisch für den April.“ Besonders im Südwesten kommt es zu einem dramatischen Temperatursturz: Von sommerlichen 26 Grad am Samstag fallen die Höchstwerte auf nur noch 8 Grad. In höheren Lagen des Schwarzwalds, ab 700 Metern, ist sogar Schnee möglich.

Das „perfekte Erkältungs-Wetter“, wie Jung es nennt, hält Deutschland also weiterhin in seinem Griff. Die Temperaturen schwanken seit einer Woche unaufhörlich, und der Experte hat sich bereits selbst eine Erkältung zugezogen. Marcel Schmid vom Deutschen Wetterdienst (DWD) kündigt für die kommende Woche ein launisches Aprilwetter an, wobei die Temperaturen zwischen 13 und 18 Grad liegen werden. Die Gefahr von Nachtfrost ist jedoch gebannt. Ein Hoffnungsschimmer: Der anhaltende Regen wird zumindest die Trockenheit im Osten des Landes etwas mildern.

Die Regenmenge in einigen Regionen hat bereits jetzt die Monatsnorm für April überschritten. Ein deutliches Zeichen für die zunehmende Auswirkung des Klimawandels auf unser Wettergeschehen.