Trump droht kuba: übernahme oder machtwechsel?
Washington/Havanna – Die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen den USA und Kuba könnten sich dramatisch verschärfen. Nach einem verheerenden Stromausfall, der die Insel lahmlegte, deutete US-Präsident Donald Trump eine mögliche „Übernahme“ an. Die Situation ist kritisch, die Andeutungen des Präsidenten sind mehr als beunruhigend.
Stromausfall verschärft krise, trump spricht von „übernahme“
Seit dem Sturz von Nicolás Maduro in Venezuela und der daraus resultierenden US-Blockade leidet Kuba unter einer schweren Wirtschaftskrise. Öllieferungen ausfallen, Lebensmittel und Benzin sind knapp und teuer – ein Liter Benzin kostet mittlerweile 9 Dollar. Der jüngste Blackout, der das gesamte Stromnetz lahmlegte, ist der nächste Schlag ins Gesicht einer Nation, die bereits am Rande des Zusammenbruchs steht. Präsident Miguel Díaz-Canel (65) wirft den USA die Schuld an der Misere, doch die Bevölkerung eskaliert. In Morón kam es zu Protesten und Plünderungen.
Die US-Politik scheint nun einen neuen, radikaleren Kurs einzuschlagen. Marco Rubio (54), ein kubanisch-stämmiger Senator, spielt dabei eine zentrale Rolle. Trump überließ ihm im Oval Office das Wort, um die Lösung der Probleme zu finden. Experten wie der Politikwissenschaftler Jim Melcher von der University of Maine-Farmington gehen jedoch nicht von einer militärischen Intervention aus, wie sie 1961 in der Schweinebucht stattfand. Stattdessen rechnet er eher mit Verhandlungen.
Doch die Frage ist: Wer hat die Fäden in der Hand? Nach dem Sturz von Fidel Castro (verstorben 2016) und der kurzen Regierungszeit seines Bruders Raúl Castro (94) gibt es neue Kräfte am Werk. Raúl Guillermo Rodríguez Castro (41), Spitzname „Die Krabbe“, nahm kürzlich an einer Krisensitzung teil und soll geheime Gespräche mit Rubio über die Zukunft der Insel geführt haben. Eine Rückkehr der Castros an die Macht? Die politische Landschaft Kubas ist komplex und unübersichtlich.
Die aktuelle Lage ist ein Spiegelbild der geopolitischen Spannungen zwischen den USA und dem einstigen Verbündeten. Ein Machtwechsel in Havanna wäre keine Überraschung, doch die Frage ist, welche Konsequenzen dies für die Region und die Welt haben würde. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein.
