Trump-kabinett bebt: dritte ministerin in sieben wochen muss gehen

Washington – Der Rasen mäht sich selbst, könnte man im Weißen Haus ironisch bemerken. Nur nicht, wenn es um Personal geht. Lori Chavez-DeRemer, die Arbeitsministerin von Präsident Donald Trump, hat innerhalb von weniger als sieben Wochen den dritten Abschied aus dem Kabinett ausgerufen – und das nach einem Eklat, der selbst für die Trump-Ära als bemerkenswert gilt.

Vorwürfe von belästigung und trunkenheit am arbeitsplatz

Vorwürfe von belästigung und trunkenheit am arbeitsplatz

Die offizielle Begründung für Chavez-DeRemers Rücktritt mag in einer Versetzung in den Privatsektor klingen, doch die Wahrheit liegt tiefer. Anschuldigungen, die die Ministerin massiv unter Druck gesetzt haben, dürften der eigentliche Auslöser sein. Die „New York Times“ veröffentlichte am Mittwoch einen Bericht, der Material offenlegt, wonach Chavez-DeRemer, ihre Mitarbeiter und sogar Familienangehörige regelmäßig private Nachrichten an junge Angestellte verschickten. Ihr Ehemann und ihr Vater sollen Textnachrichten mit jungen Mitarbeiterinnen ausgetauscht haben – ein Szenario, das Erinnerungen an frühere Skandale im Weißen Haus wachruft.

Bereits im Januar hatte die „New York Post“ über eine Beschwerde beim Generalinspektektor berichtet, die Chavez-DeRemer eine unangemessene Beziehung zu einem Mitarbeiter vorwirft. Hinzu sollen Anweisungen kommen, offizielle Reisen primär aus privaten Gründen zu planen und während der Arbeitszeit Alkohol zu konsumieren. Die Berichte zeichnen ein Bild eines Ministeriums, in dem die Grenzen zwischen Privatleben und öffentlicher Pflicht verschwimmen.

Ein „feindliches Arbeitsumfeld“, so die Beschreibung von US-Medien, soll die Aufsichtsbehörden zusätzlich beschäftigen. Drei Mitarbeiterinnen berichten von Vergeltungsmaßnahmen und einem Klima der Angst. Der Ehemann der Ministerin wurde indes nach Vorwürfen sexuellen Fehlverhaltens gegenüber Beschäftigten des Ministeriums ausgeschlossen – ein weiterer Schlag für Chavez-DeRemers Ruf.

Die Abgänge von Pam Bondi (Justizministerin) Anfang April und Kristi Noem (Heimatschutzministerin) Anfang März unterstreichen den personellen Aderlass, den Trumps Kabinett in kurzer Zeit erlitten hat. Alle drei Frauen – und das ist ein Fakt, der nicht unbemerkt bleiben darf – verließen das Weiße Haus unter fragwürdigen Umständen. Die Frage, ob dies ein Zufall ist oder ein Muster erkennen lässt, bleibt offen. Der Generalinspekteur des Arbeitsministeriums ermittelt nun weiter in der Sache. Es ist zu hoffen, dass die Ergebnisse dieser Untersuchung Klarheit über die Hintergründe dieser beunruhigenden Ereignisse schaffen.

Die Schlagzeilen häufen sich, die Glaubwürdigkeit des Weißen Hauses leidet. Es ist mehr als nur ein Personalwechsel – es ist ein Symptom für tieferliegende Probleme innerhalb der Trump-Administration. Die Politik des Präsidenten scheint ein Klima der Unsicherheit und des Misstrauens zu fördern, das die Stabilität der Regierung gefährdet.