Us-pilot vermisst: wenn der albtraum wirklichkeit wird

Ein amerikanischer Waffenoffizier ist im Iran vermisst, nachdem sein Kampfjet am Freitag abgeschossen wurde. Sein Schleudersitz wurde angeblich gefunden, aber sein Schicksal bleibt unklar. Wenn er überlebt hat, ist er vorbereitet. Denn jeder US-Kampfpilot durchläuft ein hartes Training für genau diese Situation: abgeschossen, allein, hinter feindlichen Linien.

Das sere-training

Das sere-training

SERGE steht für ‚Survival, Evasion, Resistance and Escape‘ – Überleben, Ausweichen, Widerstand und Flucht. Es ist eines der härtesten Trainings der US-Streitkräfte. Piloten lernen hier, was kein Mensch erleben will: Gefangenschaft, Verhöre, Folter. Der Kurs dauert Wochen. Er ist extrem realistisch. Und er ist geheim.

Im SERE-Training lernen Piloten, wie man ohne Hilfsmittel navigiert, wie man Feuer macht, wie man Wasser findet, wie man sich tarnt, wie man Werkzeuge aus dem Nichts baubt. Sie lernen Erste Hilfe, Signale zu senden, ohne entdeckt zu werden. Und sie lernen das Wichtigste: Geduld. ‚Es kann manchmal Tage dauern, bis Rettung kommt‘, erklärt ein erfahrener Pilot gegenüber BILD.

Wenn der Pilot gefangen genommen wird, beginnt der ‚psychologische Krieg‘. Im SERE-Training werden Piloten auf Verhöre vorbereitet. Sie erleben realistische Gefangenschaftssituationen. Der Inhalt ist geheim. Doch so viel verrät der Pilot: ‚Es geht ans Limit. Wir werden unter Druck gesetzt, isoliert und regelrecht zermürbt.‘ Ziel ist nicht, sie zu brechen, sondern sie zu härten. Sie sollen lernen, durchzuhalten. Nur vier Informationen dürfen sie preisgeben: Name, Dienstgrad, Dienstnummer, Geburtsdatum. Alles andere: Schweigen.