Verlassene boeing in faro: ultimatum für ex-kongo-rebellenführer

Faro, Portugal – Seit fast zwei Jahrzehnten thront die alte Boeing 727 wie ein Relikt vergangener Tage am Rande der Startbahn des Flughafens. Doch für ihren Eigentümer, den ehemaligen kongolesischen Rebellenführer Jean-Pierre Bemba, neigt sich nun die Zeit dem Ende zu. Die Behörden haben ihm ein Ultimatum gestellt: Abholung innerhalb von 60 Tagen, oder die Maschine wird eingeschrottet.

Ein flugzeug, ein fall, eine lange geschichte

Ein flugzeug, ein fall, eine lange geschichte

Die Boeing 727-100 parkt seit dem 11. April 2007 in Faro. Bemba, damals politisch einflussreich im Kongo, ließ das Flugzeug nach einem Flug von Kinshasa einfach zurück, um eine Beinverletzung behandeln zu lassen. Kurz zuvor kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen seinen Unterstützern und kongolesischen Soldaten. Bemba floh, kehrte zunächst nicht zurück und wurde 2008 in Brüssel festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, zwischen 2002 und 2003 Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen zu haben. 2016 wurde er zu 18 Jahren Haft verurteilt, doch 2018 hob der Internationale Strafgerichtshof das Urteil auf.

Die Maschine blieb in Faro zurück, blockierte Parkplätze und sorgte für Ärger beim Flughafenbetreiber ANA. Die Vorschriften in Portugal wurden 2025 verschärft, wodurch Flughafenbetreiber abgestellte Flugzeuge schneller entfernen können. Für ANA bot sich nun die Chance, die verwaiste Boeing loszuwerden.

Bemba, der inzwischen Verkehrsminister im Kongo ist, erhielt Anfang März 2026 das Ultimatum. Die Triebwerke der Boeing sind zwar intakt, doch die Flüssigkeiten wurden nie abgelassen. Die Chancen auf eine Wiederinbetriebnahme sind praktisch gleich Null.

Die Geschichte der Boeing 727 ist eng verwoben mit der turbulenten Karriere von Jean-Pierre Bemba. Was einst als vorübergehender Stopp in Faro begann, hat sich zu einem symbolträchtigen Fall entwickelt – ein Mahnmal für Machtmissbrauch und die Frage, wie mit den Folgen politischer Verstrickungen umgegangen wird.

Die Maschine steht als stummer Zeuge einer Vergangenheit, die sich in der Gegenwart manifestiert. Ein Relikt, dessen Reise nun endgültig beendet sein könnte.