Verlorene liebe, retter in not: mann und manta – eine freundschaft über 39 jahre
Isla San Benedicto, Mexiko – Eine ungewöhnliche Geschichte einer tiefen Verbundenheit. Terry Kennedy, 82, ein Vietnamveteran und ehemaliger Hells Angel, fand vor Jahrzehnten ein neues Zuhause und einen außergewöhnlichen Freund: den Manta-Rochen „Willy“.

Eine lebensreise voller wendungen
Nach einem turbulenten Leben
– von Barbesitzer über Strafgefangener in Kalifornien – zog Kennedy in den 80er-Jahren nach Mexiko. Dort, vor der Vulkaninsel San Benedicto, entdeckte er seine Leidenschaft für das Tauchen und ein Leben in Freiheit. Doch sein Leben nahm eine dramatische Wendung, als ein gigantischer Manta-Rochen sein Segelboot rammte.Anstatt Angst zu haben, sprang Kennedy ins Wasser und fand sich in einer einzigartigen Begegnung wieder. Er kletterte auf den Rücken des Mantas, der ihn für 15 Minuten durch das klare Wasser trug. Diese Begegnung markierte den Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft.
Kennedy nannte den Rochen „Willy“ und tauchte fortan fast täglich mit ihm. Er lernte weitere Mantas kennen und gab ihnen Namen: Chevy, Rosy, Tippy, Cuddles und Finger. Doch diese idyllische Welt sollte jäh zerstört werden.
Ein tragisches Massaker durch Fischer im Jahr 1994 vernichtete einen Großteil der Manta-Population, darunter auch Cuddles. Kennedys Aufnahmen von dem Massaker schockierten die Öffentlichkeit und führten schließlich zu Schutzmaßnahmen für die Tiere. 2017 wurde das größte Meeresschutzgebiet Nordamerikas geschaffen.
Willy blieb verschwunden. 39 Jahre lang suchte Kennedy nach seinem Freund. Doch die Hoffnung keimte wieder auf, als er bei einem Tauchgang den Rochen Chevy entdeckte. „Wie aus dem Nichts stürmte er heran wie ein Schuljunge“, so Kennedy. Eine emotionale Wiedersehensfreude.
Gemeinsam mit dem Filmemacher Cody Sheehy plante Kennedy einen letzten Tauchgang, um Willy noch einmal zu sehen. Die Dokumentation „The Last Dive“ (ab 24. Februar) begleitet dieses bewegende Wiedersehen.
Der Film zeigt nicht nur die tiefe Verbindung zwischen Mensch und Tier, sondern auch die verheerenden Folgen menschlicher Gier. Kennedys Geschichte ist ein Mahnmal für den Schutz dieser majestätischen Tiere. Willy ist vielleicht nicht wiedergekehrt, doch die Erinnerung an ihre Freundschaft bleibt lebendig.
Kennedy wünscht sich, dass Willy sich eines Tages vielleicht doch noch zeigt – und er würde seine Augen schließen.
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