Vfb stuttgart: chancenvergabe kostet champions-league-hoffnungen
Stuttgart – Das bittere Nachspiel: Der VfB Stuttgart, nach 90 Minuten klar überlegen gegen Borussia Dortmund, verließ den Platz mit leeren Händen. Ein 0:2, das mehr als nur eine Niederlage ist – es ist ein Nackschlag im Kampf um die begehrten Plätze für die Champions League. Die Fußballwelt ist gnadenlos, wie Sportvorstand Fabian Wohlgemuth nüchtern feststellte.
Die statistik lügt nicht – aber sie erzählt nicht die ganze geschichte
Die Zahlen sprachen eine deutliche Sprache: 13 Torschüsse auf fünf, eine Zweikampfquote von 56 zu 33 Prozent. Der VfB dominierte das Spielgeschehen, investierte unermesslich mehr Energie, doch am Ende zählte nur das Ergebnis. Ein Ergebnis, das die Effizienzprobleme des Teams schonungslos aufdeckte. Es war nicht die fehlende Leidenschaft, nicht der fehlende Wille, sondern der Mangel an Durchschlagskraft im letzten Drittel, der Stuttgart die Punkte kostete.
„Es hat jedes Mal ein kleines Stück zum Glück gefehlt“, klagte Wohlgemuth. Ermedin Demirovic, der in der Schlussphase eingewechselt wurde, stimmte zu: „Bis zum Strafraum haben wir gut gespielt, aber den entscheidenden Treffer konnten wir nicht erzielen.“ Trainer Sebastian Hoeneß schnürte die Lippen: „Uns hat die Effizienz bei den Abschlüssen gefehlt. Das ist ein Vorwurf, den wir annehmen müssen.“
Die Gier nach mehr führte zum Verhängnis. Stuttgart spielte bis zum Schluss auf den Sieg, auch wenn ein Punkt gegen den BVB bereits ein Erfolg gewesen wäre. Maximilian Mittelstädt, Verteidiger des VfB, räumte ein: „Vielleicht waren wir am Ende etwas zu gierig.“ Eine Gier, die letztendlich bitter bestraft wurde.
Jeff Chabot und seine Abwehrkollegen hatten bis zur Nachspielzeit nahezu fehlerfrei agiert, jede BVB-Chance entschärft. Chabot, frustriert: „Wir haben unsere Dominanz nicht in Tore umwandeln können. Am Ende müssen wir den Punkt mitnehmen.“ Die Erkenntnis schmerzt, denn sie verdeutlicht die fragwürdige Balance zwischen Spielkontrolle und Torerfolg.
Denn das ist es, was am Ende über Sieg und Niederlage entscheidet: Nicht die Ballbesitzquote, nicht die Zweikampfquote, sondern die Fähigkeit, Chancen zu verwerten. Und hier liegt die Aufgabe für den VfB Stuttgart: Die Dominanz in klare Resultate umwandeln. Denn in der Bundesliga zählt nur das Tor – und das zählt eben auch für die Champions League.

Die suche nach der fehlenden durchschlagskraft
Die Frage, die nun in Stuttgart über den Lippen liegt, ist: Wie kann der VfB seine Effizienz verbessern? Es geht nicht darum, die Spielweise grundsätzlich zu ändern, sondern darum, die vorhandenen Möglichkeiten besser zu nutzen. Ein klareres Konzept im Strafraum, präzisere Pässe, entschlossenere Schüsse – all das sind Aspekte, an denen gearbeitet werden muss. Denn die Konkurrenz schläft nicht, und der Kampf um die internationalen Plätze wird bis zum Schluss hart.
Die Niederlage gegen Dortmund ist ein Warnsignal. Ein Signal, das den VfB Stuttgart daran erinnert, dass Fußball nicht nur aus Dominanz und gutem Spiel besteht, sondern auch aus kalter Effizienz. Und diese Effizienz muss gefunden werden – schnell. Denn der Traum von der Champions League hängt davon ab.
