Weinstein: vergewaltigungsvorwurf – prozess erneut im fokus

New York – Der Prozess gegen Harvey Weinstein, der vor sechs Tagen erneut begann, hat erneut für Aufsehen gesorgt. Der ehemalige Hollywood-Mogul wirkte überraschend entspannt und begrüßte Justizbeamte sogar mit einem Handschlag. Doch die Stimmung kippte abrupt, als die Hauptbelastungszeugin Jessica Mann vor Gericht erschien.

Manns schockierende aussage: „er hat mich vergewaltigt!“

Manns schockierende aussage: „er hat mich vergewaltigt!“

Die 40-jährige Mann, sichtlich angespannt, wich dem Blick des Angeklagten vollständig aus. Ihr Fokus lag auf dem Treffen am 18. März 2013 im Hotel DoubleTree Hilton in Midtown Manhattan. Ein spontaner Brunch, der sich nach eigener Aussage rasch zu einer traumatischen Eskalation entwickelte. „Ich wollte das nicht“, schluchzte sie. „Ich fühlte mich wie eine Gefangene, gezwungen zu gehorchen.“

Mann schilderte detailliert, wie sie nach dem Anruf der Rezeption, der sie zu einem ungeplanten Treffen mit Weinstein aufforderte, ihm folgte und schließlich in das Hotelzimmer geführt wurde. „Er hat mich nicht einfach nur darum gebeten, dort zu bleiben“, erklärte sie, ihre Stimme zitternd. „Er hat mich unter Druck gesetzt, mich ausziehen zu lassen – und dann hat er mich angegriffen.“

Der entscheidende Moment, so beschrieb sie, war der Befehl, sich auszuziehen. „Zieh dich aus – jetzt“, zischte Weinstein, während er sie in die Nacktheit zwang. Ein Schock, der sie in Panik versetzte und sie dazu veranlasste, in die Toilette zu fliehen. Dort fand sie eine Spritze im Mülleimer, was ihre Angst noch verstärkte.

Trotz dieser traumatischen Erlebnisse suchte sie kurz darauf Gesellschaft bei Freunden – und besuchte sogar eine Filmpremiere von Weinstein, begleitet von einer Freundin. Ein schockierender Kontrast zur Verzweiflung, die sie kurz zuvor empfunden hatte. Am nächsten Tag traf sie Weinstein und seine Tochter erneut zum Frühstück, ein Versuch, die Ereignisse zu verdrängen und „so zu tun, als wäre alles normal“. Sie flüchtete in einen Schrank und schlief dort, in der Hoffnung, vor weiteren Konfrontationen zu schützen.

Der Fall, der bereits 2020 zu einer 23-jährigen Haftstrafe für Weinstein führte, ist nun wieder vor Gericht. Ein Berufungsgericht hatte das Urteil 2024 aufgehoben. Nun steht erneut ein Vergewaltigungsvorwurf im Raum. Alvin Bragg, der Bezirksstaatsanwalt von Manhattan, verfolgt den Fall mit unerbittlicher Entschlossenheit. Die Wahrheit hinter diesen schockierenden Vorwürfen wird sich erst nach diesem Prozess vollständig offenlegen.