Weinstein-prozess: neuer tagebuch-eintrag sorgt für aufsehen

Der neue Prozess gegen den einstigen Hollywood-Mogul Harvey Weinstein (74) hat auf dem achten Verhandlungstag einen Paukenschlag erlebt. Hauptbelastungszeugin Jessica Mann, die zuvor unter Tränen aussagte und Weinstein Vergewaltigung vorwarf, wurde plötzlich mit einem eigenen Tagebuch-Eintrag konfrontiert.

Manns eintrag über weinstein sorgt für aufsehen

Manns eintrag über weinstein sorgt für aufsehen

Der Eintrag vom 20. März 2013 sorgt für Aufsehen. Mann schrieb ihn in der Notes-App ihres Handys – nur zwei Tage nach der mutmaßlichen Vergewaltigung. Darin äußert sie, sich emotional an jemanden gebunden zu haben und nach Liebe zu suchen.

„Ich möchte, dass diese Person mich ebenfalls liebt“, schreibt Mann. Gleichzeitig zweifelt sie: „Liebe ich ihn – oder nur die Vorstellung von ihm?“

Die Staatsanwaltschaft hatte versucht, den Einführung dieses Eintrags zu verhindern, da sie bezweifelte, auf wen sich der Text beziehe. Doch Richter Curtis Farber entschied, dass es eindeutig sei, dass Mann darin über Weinstein schreibe – und ließ den Eintrag zu.

In den Prozessen 2020 und 2024 spielte dieser Eintrag keine Rolle. Doch jetzt, vor einer neuen Jury, sorgt er für sichtbare Reaktionen im Gerichtssaal. BILD beobachtete, wie einige Geschworene ungläubig den Kopf schüttelten, eine Frau sich ein Lächeln verkneifen musste – sogar zwei Gerichtsbeamte tauschten grinsende Blicke aus.

Die Verteidigung nutzte den Moment: Der Eintrag zeige Manns „tiefste Gefühle“. Warum kein Hinweis auf ein Trauma, wenn die Tat kurz zuvor passiert sein soll? Mann wirkt zunehmend verwirrt, ringt nach Worten und kann Fragen von Weinsteins Anwältin kaum noch beantworten. Schließlich klagt sie über Schwindel. Der Richter greift ein, beendet den Verhandlungstag vorzeitig.