Werder-frauen: führungskrise und fehlstart überschatten pokal-aus
Die Aufbruchsstimmung von gestern ist verflogen. Werders Frauenfußballteam, das im vergangenen Jahr noch die Pokalfinale erreichte und im Rathaus gefeiert wurde, steckt in einer Krise. Nach dem blamablen 0:1 gegen Kellerkind SGS Essen im Viertelfinale des DFB-Pokals zeichnet sich ein düsteres Bild ab: Die Mannschaft von Trainerin Fritzy Kromp findet den Anschluss an die Spitze der Frauen-Bundesliga verloren und muss sich ernsthafte Fragen stellen.
Ein management-desaster kurz vor dem pokalspiel
Der Zeitpunkt des Abschieds von Frauenfußball-Chefin Birte Brüggemann, die nur zwei Tage vor dem entscheidenden Pokalspiel ihren Rücktritt einreichte, ist mehr als unglücklich. Ihre Abwesenheit bei der Ehrung Bremens Mannschaft des Jahres am Vorabend des Spiels wirkte wie ein weiteres Déjà-vu. Ob dieser Wechsel der Mannschaft tatsächlich half, ist höchst fraglich. Wer ihre Nachfolge antritt, bleibt vorerst unklar – eine Zitterpartie für den Verein.
Clemens Fritz, der auch für die Damen verantwortlich ist, versuchte, die Situation herunterzuspielen. „Wir hätten uns einen anderen Start in die Rückrunde gewünscht“, so der Geschäftsführer. Er deutete auf schwierige Trainingsbedingungen im Winter hin, die offenbar Spuren hinterlassen haben. Doch die Frage, die sich stellt, ist: Kann man die sportliche Talfahrt allein auf äußere Umstände zurückführen? Die Tatsache, dass zwei Spiele (gegen Wolfsburg und Bayern) aufgrund von Ausfällen noch ausstehen, verschärft die Situation zusätzlich. Aktuell rangiert das Team nur auf dem sechsten Platz.

Was steckt hinter dem leistungsabfall?
Die Ursachen für den Leistungsabfall sind vielfältig. Neben den widrigen Trainingsbedingungen im Winter scheint auch die Führungskrise eine Rolle zu spielen. Der plötzliche Abschied von Birte Brüggemann, die seit 19 Jahren für den Frauenfußball bei Werder verantwortlich war, hat eine Unsicherheit hinterlassen, die sich auf das Spielfeld überträgt. Es ist ein Teufelskreis: Fehlende Konstanz im Management führt zu Leistungsschwankungen, die wiederum die Stimmung im Team zusätzlich belasten.
Die Zahlen lügen nicht: Nach einer bärenstarken Saison, in der die Mannschaft zum Jahreswechsel noch den dritten Platz belegte, ist Werder aktuell weit von den internationalen Plätzen entfernt. Das Pokal-Aus ist nur die Spitze des Eisbergs. Der Trend ist unverkennbar negativ, und es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen in der Deutlichkeit der aktuellen Lage die Notwendigkeit dringender Maßnahmen erkennen. Die Fans fordern Antworten, und das Team muss liefern – bevor die Saison endgültig in einer Katastrophe endet. Die Frage, ob der neue Trainer die Kurve kriegen kann, bleibt jedoch offen. Die Erwartungen sind hoch, der Druck enorm.
