Wetterchaos am wochenende: sturm, schnee und sonnenschein – ein april wie ausgewechselt

Ein Wetterkapriolen-Wochenende steht Deutschland bevor. Während der Frühling sich noch Zeit nimmt, präsentiert uns das Wetter ein bizarres Gemisch aus Sturm, Regen, Schnee und sogar Sonnenschein – alles innerhalb weniger Tage. Und das, obwohl der April eigentlich schon begonnen hat.

Nordwest und südost getrennt: tief ausläufer prägt das bild

Meteorologe Thorsten Kahluza vom Deutschen Wetterdienst erklärt die ungewöhnliche Wetterlage: „Ein Tiefausläufer quert uns langsam von Nordwest nach Südost.“ Das führt zu einer deutlichen Trennung der Wetterlagen in den beiden Regionen.

Auf der Nordsee braut sich bereits jetzt ein heftiger Sturm zusammen. Klimatologe Dr. Karsten Brandt warnt vor extrem hohen Wellen: „Am Freitag könnten es bis zu acht Meter sein, am Samstag fünf bis sechs Meter.“ Das ist keine geringe Gefahr für die Küstenregionen.

Schneefallgrenze sinkt: kälte zieht auf

Mit dem Wind kommt auch die Kälte. Die Schneefallgrenze sinkt am Samstag auf 200 Meter, was besonders für die Bundesländer Nordrhein-Westfalen (NRW), Rheinland-Pfalz, Hessen und das Saarland relevant ist. Dort werden starke Niederschläge von 15 bis 20 Litern pro Quadratmeter erwartet.

In den Mittelgebirgen kann es bis zu zehn Zentimeter Neuschnee geben. „Eine Kältewelle lässt die Temperaturen im Norden und Nordwesten am Samstag auf 3 bis 5 Grad sinken“, so Dr. Brandt. „Nasskalt wird’s – ein Tag für eine Tasse Tee.“

Glatteisgefahr in der nacht

Glatteisgefahr in der nacht

Diplom-Meteorologe Dominik Jung warnt für Sonntag vor Glatteis, insbesondere in den Mittelgebirgen. „Schneeschauer und stellenweise Glätte sind weiterhin möglich.“ Im Nordwesten hingegen kann es trocken bleiben, mit Auflockerung der Wolken und örtlichem Nebel. Die Temperaturen sinken auf 3 bis -1 Grad, in einigen Mittelgebirgsregionen sogar auf -4 Grad.

Während es im Südosten am Samstag noch mild bleibt, ändert sich auch dort das Wetter. „Der Himmel zeigt sich zeitweise freundlich, es bleibt meist trocken und es werden 15 bis 19 Grad erreicht – fast frühlingshaft“, sagt Jung. Doch auch hier sinken die Temperaturen am Sonntag auf 11 bis 14 Grad.

Vorweggenommener april?

Dr. Brandt sieht eine Parallele zum April: „Es wirkt tatsächlich alles wie ein vorweggenommener April.“ Die Wetterlage ist so ungewöhnlich, dass sie fast schon absurd wirkt. Die Kombination aus extremen Wetterphänomenen in kurzer Zeit ist bemerkenswert und unterstreicht die zunehmende Volatilität unseres Klimas.

Die Vorhersage für die kommenden Tage zeigt, dass sich das wechselhafte Wetter noch nicht beruhigen wird. Die nächste Tiefdruckrinne ist bereits auf dem Weg. Ein Wochenende, das die Natur – und die Menschen – auf eine harte Probe stellt.

Dr. Karsten Brandt (53) promovierte in Klimatologie und ist Gründer von Donnerwetter.de.

Dominik Jung (48) ist Geschäftsführer von Q.met und Wetterexperte.

Thorsten Kahluza (40) ist Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst.