Wilsberg-gaststar steffen groth: erbe, veganismus und tv-turmspringen
Münster. Steffen Groth, der charismatische Schauspieler aus „Doctor’s Diary“, mischt in der neuesten „Wilsberg“-Folge „Mogelpackung“ kräftig mit. Doch der Fall um einen vermögenden Großtante, Geldgier und einen Leichenfund ist nur der Auftakt zu einem überraschend ehrlichen Gespräch über Finanzen, Ernährung und das Leben abseits der Filmsets.
Geld regiert das leben – oder eben nicht
Groth schlüpft in die Rolle des windigen Ferdinand Feldkamp, der im Zentrum des Plots um den Privatschnüffler Wilsberg (Leonard Lansink) steht. Eine Rolle, die ihm sichtlich Spaß bereitet, wie er im Vorfeld zugab. Aber was denkt der Schauspieler selbst über Geld? „Finanziell geht es mir gut“, so Groth, ohne Umschweife. „Es gab Zeiten mit einem überdurchschnittlich vollen Konto.“ Ein Geständnis, das im Rampenlicht nicht alltäglich ist. Geschenkt oder vererbt hat er zwar noch keinen „großen Geldsegen“ erhalten – „Hätte ich aber nichts dagegen“, grinst er.
Doch für Groth ist Geld nicht das oberste Gut. „Am wichtigsten sind mir meine Beziehungen“, betont er. Und Freiheit und Sicherheit für seine Familie. Luxusdenken? Fehlanzeige. Stattdessen scheint der Schauspieler ein bodenständiges Verständnis von Wohlstand zu haben, das weit entfernt von protzigen Ausstellungen ist.

Veganismus und kulinarische herausforderungen am set
Ein weiteres Thema, das Groth offen anspricht, ist seine vegane Lebensweise. Drei Kinder und ein bewusster Umgang mit Ressourcen prägen seinen Alltag. „Die Kids finden das super. Und unter anderem mache ich das ja auch für die“, erklärt er. Er verteidigt seine Entscheidung vehement, insbesondere angesichts der „größten und schlimmsten globalen Ökokatastrophen, die wir überhaupt haben“ – die Massentierhaltung. Die Frage, wie er sich am Set, wo oft ungesundes Essen lockt, behauptet, beantwortet er mit einem Augenzwinkern: „Meine Agentur sagt das eigentlich immer bei jeder Produktion an. Aber heutzutage gibt es ja eigentlich immer ein paar Veganer.“
Die Diskussion über vegane Ernährung wird von ihm mit einer Prise Humor bedient: „Zudem esse ich gerne gut und lecker. Ich vermisse nichts und ernähre mich auch nicht nur von einem Schüsselchen Karotten – was für eine lustige, absurde und ehrlich gesagt ein bisschen in den Neunzigern hängengebliebene Idee von veganer Ernährung.“ Ein Seitenhieb auf stereotype Vorstellungen, der zeigt, dass Groth nicht nur schauspielerisches Talent, sondern auch eine gewisse Schlagfertigkeit besitzt.

Mehr als nur ein schauspieler: groth und seine leidenschaften
Neben seiner Schauspielkarriere, in der er bereits in zahlreichen Krimi-Formaten mitwirkte, zeigt Steffen Groth auch eine überraschende sportliche Seite. Er ist ein begeisterter TV-Turmspringer – und mehrfacher Sieger. Ein Talent, das ihm nicht nur Anerkennung einbringt, sondern auch Einblicke in eine Welt jenseits des Rampenlichts gewährt.
Steffen Groth beweist in „Wilsberg“ und im Gespräch damit, dass er mehr als nur ein charismatischer Schauspieler ist. Er ist ein Mann mit Haltung, der seine Werte lebt – und das auch öffentlich kundtut. Ein Auftritt, der zeigt, dass hinter dem Image des Frauenlieblings ein denkender und engagierter Mensch steckt. Und während Wilsberg sich um die Aufklärung des aktuellen Falls bemüht, bleibt bei den Zuschauern ein anderes Bild im Gedächtnis: das eines Schauspielers, der sich nicht scheut, ehrlich zu sprechen – über Geld, Ernährung und das Leben im Allgemeinen.
