Wollitz kritisziert modernen fußball

Fußball-Trainer-Dogma gilt für Trainer Claus-Dieter Wollitz als überholt. Im Interview mit MagentaSport nach dem torlosen Top-Spiel seines FC Energie Cottbus gegen SC Verl äußerte sich der 60-Jährige kontrovers über den modernen Fußball.

Wollitz wirft den spielern mangelnde intensität vor

Wollitz wirft den spielern mangelnde intensität vor

„Für mich ist er ein Spieler, der mindestens 2. Liga spielen sollte, müsste, dürfte,“ sagte Wollitz über Verls Topscorer Berkan Taz, den er selbst in Cottbus trainiert hatte. Der Erfahrene legte nahe, dass klassische Straßenfußballer im Profi-Sport vom Aussterben bedroht seien.

„Die Athletik ist heute sehr wichtig. Allerdings habe ich solchen Spielern volle Freiheiten und jegliche Unterstützung gegeben, weil sie es einfach können,“ meinte Wollitz. Er kritisierte, dass moderne Fußballer zu sehr auf technisches Perfektionismus ausgerichtet seien. Es gehe vielmehr darum, intensive Läufe, viele Sprints und hohe Geschwindigkeiten zu leisten, aber auch aggressiv zu spielen.

„Wer geht denn wegen dieser Spieler ins Stadion? Die feinen Fußballer werden nicht so geschützt. Wenn sie mal nicht aufpassen, werden sie in den Videoanalysen zerrissen,“ so Wollitz. Die Partie Verl gegen Cottbus selbst war ein Paradebeispiel für die Diskussion. Die Gastmannschaft hatte viel Ballbesitz, die Hausherren hingegen stellten sich tief auf, machten die Räume eng und lauerten auf Umschaltspielgelegenheiten.

Wollitz war danach nur halb begeistert: „Ich will, dass meine Spieler überzeugt sind. Im Defensivbereich hatte ich das Gefühl, ja! In der Offensive fehlte mir der Punch, Mut, Geschlossenheit und Ruhe,“ sagte er.