Pferdekutschen: idylle oder belastung?

Für mich war die Pferdekutsche immer eine Symbolfigur für Romantik, Entschleunigung und ein Stück vergangene Zeit.

Ein uneinheitliches bild

Das perfekte Reisebild mit klappernden Hufen auf Kopfsteinpflaster und idyllischer Landschaft ließ sich jedoch je genauer ich hinschaute, immer seltener erfüllen.

Als Kind saß ich selbst in Kutschen und erinnere mich an feriencampartige Ausfahrten durch Wälder. Diese Erinnerungen sind bis heute geblieben und lassen mich manchmal nostalgisch werden, wie auch bei meinen Reportagen für PETBOOK.

Als ich jedoch genauer hinschaute, insbesondere bei touristischen Führungen, begann ich Zweifel zu äußern. Viele Pferde wirkten angespannt, weniger bemusket und abgebrüht.

Stress im stadtverkehr

Stress im stadtverkehr

Heute sehe ich vor allem die Herausforderungen, denen Kutschpferde im Stadtverkehr ausgesetzt sind.

Als Fluchttiere reagieren sie sensibel auf ihre Umgebung: Ein Hupen, ein abruptes Bremsen oder große Menschenmengen können sie leicht erschrecken.

Gleichzeitig fehlen im dichten Verkehr oft Rückzugsmöglichkeiten.

Gerät ein Tier in Panik, kann das für alle Beteiligten gefährlich werden. Hinzu kommen weitere Kritikpunkte, die immer wieder diskutiert werden: lange Einsatzzeiten, Hitze, fehlender Schatten oder Fragen zur Versorgung.

Ein Pferd sollte eigentlich immer Zugang zu Raufutter haben. In den Städten habe ich eigentlich nie Heu oder große Tränken gesehen.

In einer Stadt wie New York kann der Verkehr für Pferde ganz schön belastend sein.

Foto: Bianca Otero/ZUMA Press Wire/dpa