Tiger in afrika? ein irrtum, der sich hartnäckig hält

Ein vermeintlicher schatten im busch

Meldungen über vermeintliche Tiger in Wohngebieten nahe Johannesburg sorgen regelmäßig für Aufsehen. Ein gestreifter Schatten, ein Raubtier, das durch Gärten streift – der Eindruck entsteht, Tiger hätten sich in Afrika etabliert. Doch diese Annahme ist falsch. Wer an Afrika denkt, denkt an Löwen, Geparden und andere afrikanische Großkatzen, aber nicht an Tiger.

Die herkunft des tigers: asien

Der Tiger, wissenschaftlich Panthera tigris, ist eine der beeindruckendsten Großkatzen der Welt und gehört zur Gattung der Pantherkatzen. Verwandte sind Löwe, Leopard, Schneeleopard und Jaguar. Entscheidend ist: Der Tiger ist ausschließlich in Asien beheimatet. Dort hat sich die Art über Jahrtausende entwickelt und eine Vielzahl von Unterarten hervorgebracht.

Verschiedene tigerarten und ihr verbreitungsgebiet

Man unterscheidet zwischen Festland-Tigern wie dem Amur-, Bengal-, Indochina- oder Malaysia-Tiger und Insel-Tigern, die einst auf indonesischen Inseln lebten. Heute existiert nur noch der Sumatra-Tiger. Bali-, Java- und der Kaspische Tiger sind bereits ausgestorben – ein dramatischer Verlust.

Der dramatische rückgang der tigerpopulation

Noch vor rund 100 Jahren streiften Tiger durch weite Teile Asiens, von Westasien bis an die Pazifikküste. Heute ist davon kaum noch etwas übrig. Wie PETBOOK (gehört zu Axel Springer) berichtet, haben rund 95 Prozent ihres ursprünglichen Lebensraums verloren. Abholzung, Wilderei und der illegale Handel haben die Bestände massiv dezimiert.

Warum tauchen tiger in südafrika auf?

In afrikanischen Ländern sind Tiger nicht heimisch. Sichtungen in Südafrika, insbesondere rund um Johannesburg, sind meist kein Naturspektakel. Dort werden Hunderte von Großkatzen auf Farmen oder in privaten Anlagen gehalten und gezüchtet. Immer wieder entkommen Tiere oder werden ausgesetzt. Diese Tiere verursachen dann den Eindruck einer wildlebenden Tigerpopulation, was jedoch nicht der Fall ist.

Die erschreckende realität: mehr tiger in gefangenschaft als in freier wildbahn

Ein brisantes Detail ist, dass weltweit inzwischen mehr Tiger in Gefangenschaft leben als in freier Wildbahn. Viele davon werden kommerziell gehalten, etwa für Jagdfarmen oder den Handel mit Körperteilen – und nicht für den Artenschutz. Das Überleben der Art hängt somit auch von der Bekämpfung dieser illegalen Praktiken ab. Rund 5700 Tiger leben aktuell in freier Wildbahn, ein historisch bedauerlicher Restbestand.

Der weg zur rettung: schutz und artenschutz

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist die Tigerpopulation um rund 95 Prozent eingebrochen. Die Weltnaturschutzunion führt den Tiger weiterhin als gefährdet. Sein Überleben hängt vom Schutz seiner Lebensräume und davon ab, dass er dort bleiben kann, wo er wirklich hingehört: in die Wildnis Asiens. Nur so kann der Tiger eine Zukunft haben.

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