Deutsche autoindustrie im freien fall: gewinne schwinden – und das in rekordtempo

Die deutsche Autoindustrie befindet sich in einer tiefen Krise. In nur wenigen Tagen melden die größten Hersteller massive Gewinneinbrüche. BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen kämpfen mit sinkenden Margen und schwacher Nachfrage, während die Schatten der Elektromobilität und US-Zölle länger werden.

Bmw verzeichnet den größten gewinnrückgang seit der corona-pandemie

Bmw verzeichnet den größten gewinnrückgang seit der corona-pandemie

Das operative Ergebnis von BMW sank im vergangenen Jahr um 11,5 Prozent auf 10,2 Milliarden Euro – der niedrigste Wert seit Beginn der Pandemie. Auch der Unterstrich, der Reingewinn, verzeichnete einen Rückgang um rund 3 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro. Die operative Marge fiel auf nur noch 5,3 Prozent. Trotzdem behauptet sich BMW im Vergleich zu Wettbewerbern wie Mercedes-Benz und dem Volkswagen-Konzern als stabilster Akteur.

Mercedes-Benz verzeichnete im vergangenen Jahr einen Gewinnrückgang von rund 49 Prozent. Das Konzernergebnis sank von 10,4 Milliarden Euro auf 5,3 Milliarden Euro. Der Druck auf die Margen ist enorm, insbesondere durch die schwache Nachfrage in China und die zusätzlichen Kosten durch US-Zölle.

Volkswagen kämpft ebenfalls mit der Rentabilität. Der Konzern erzielte zwar einen Gewinn von 6,9 Milliarden Euro, doch die operative Marge liegt nur noch bei 2,8 Prozent. Der Nettogewinn brach um 44 Prozent ein. Besonders das Nutzfahrzeuggeschäft leidet unter den Folgen. Daimler Truck meldete einen Gewinneinbruch von 34 Prozent, das Konzernergebnis sank auf 2 Milliarden Euro.

Porsche verzeichnet mit einem Gewinnrückgang von über 90 Prozent auf 310 Millionen Euro die dramatischsten Zahlen. Hohe Investitionen in Elektromodelle, schwache Nachfrage in China und die US-Zölle belasten die Sportwagenmarke massiv. Die Investitionen in die Elektrifizierung sind enorm, doch die Früchte tragen noch nicht.

Autoexpertin Beatrix Keim vom Center Automotive Research sieht strukturelle Probleme: „Der Druck auf die Margen kommt von mehreren Seiten gleichzeitig – China, Zölle und hohe Investitionen in neue Technologien.“ Die Zahlen der großen deutschen Hersteller zeichnen ein düsteres Bild. Die Branche steht vor einer großen Herausforderung.

Selbst Ex-VW-Chef Oliver Blume muss sich der neuen Realität stellen. Trotz des Gewinnrückgangs erhält er für 2025 über neun Millionen Euro. Die Frage ist, wie lange die deutsche Autoindustrie ihre Wettbewerbsfähigkeit aufrechterhalten kann.

Die schwarzen Zahlen sind nur ein Symptom eines tieferliegenden Problems: Die Transformation hin zur Elektromobilität ist teuer und die Nachfrage ist nicht immer ausreichend. Die Konsequenzen werden weitreichend sein.